Spektakuläres Comeback von General Motors

Ein Jahr nach der Beinahepleite kehrt General Motors in private Hände zurück: Mit dem wahrscheinlich größten Börsengang aller Zeiten löst sich der US-Autokonzern aus der staatlichen Obhut. "General Motors' Börsengang stellt nicht nur einen großen Meilenstein für eine Kultfirma da, sondern für die gesamte amerikanische Autoindustrie", sagte US-Präsident Obama am späten Mittwoch.

Am Donnerstag in der Früh (Ortszeit) sollte der Handel in New York und Toronto beginnen. GM will an der Börse zwischen 20,1 und 23,1 Mrd. Dollar (zwischen 14,9 und 17,1 Mrd. Euro) einsammeln. Wegen der hohen Nachfrage verlangt der Konzern den maximal möglichen Preis für seine Stammaktien, das sind 33 Dollar pro Stück. Die Agricultural Bank of China hatte im Sommer 22,1 Mrd. Dollar bei ihrem Börsengang eingenommen.

Das Comeback ist bemerkenswert: Die US-Regierung hatte GM mit einer Finanzspritze von 49,5 Mrd. Dollar vor dem Untergang bewahrt und einen Neustart ermöglicht. Das Unternehmen ließ die Megaverluste der Vergangenheit hinter sich und gilt heute wieder als einer der aussichtsreichsten Autobauer der Welt. Nur die deutsche Tochter Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall gelten noch als Sorgenkinder, weil die Europäer sich mit Autokäufen zurückhalten.

Nach einer aktuellen Studie des Center for Automotive Research haben die staatlichen Finanzspritzen im Krisenjahr 2009 mehr als 1,1 Millionen Jobs bei Zulieferern und Herstellern gesichert. Der Steuerzahler hatte auch den kleineren Rivalen Chrysler stützen müssen. Der strebt mittelfristig ebenfalls wieder an die Börse; noch schreibt Chrysler aber Verluste. Nur die Nummer zwei im Land, Ford, überlebte aus eigener Kraft.

Die USA werden auch nach der Rückkehr von GM an die Börse mindestens 33 Prozent der Anteile halten und diese erst nach und nach verkaufen. Bis dato war die US-Regierung mit 61 Prozent beteiligt. Kanada und die Autogewerkschaft UAW bringen ebenfalls Teile ihrer Aktienpakete unters Volk. Der vierte im Bunde, die Gläubiger der alten GM, halten vorerst an ihren Anteilen fest.

- APA

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