Sony erwartet Milliardenverlust

Der japanische Elektronikriese Sony Corp rechnet für das im März abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Milliardenverlust statt wie bisher mit einem Gewinn. Für 2010/11 revidierte der Konzern seine Prognose auf einen Nettoverlust von umgerechnet 2,24 Mrd. Euro (260 Mrd. Yen). Bisher hatte Sony einen Gewinn von gut 600 Mio. Euro in Aussicht gestellt.

Die Schätzung für einen operativen Gewinn von 1,75 Mrd. Euro tastete das Unternehmen indes nicht an. Sie stammt noch aus der Zeit vor dem Erdbeben und darauffolgenden Tsunami am 11. März. Die Katastrophen hatten zu erheblichen Schäden an Sonys Fabriken im Nordosten des Landes geführt, die Lieferkette unterbrochen sowie die heimischen Nachfrage einbrechen lassen.

Das Beben werde das operative Ergebnis im neuen Geschäftsjahr wohl mit rund 1,3 Mrd. Euro belasten, teilte Sony mit. Sony musste jüngst auch eine massiven Datenklau einräumen, der bereits im April stattfand. Persönliche Daten von mehr als 100 Millionen Sony-Kunden waren betroffen. Der Datenklau werde mit gut 122 Mio. Euro zu Buche schlagen. Bis Ende Mai will Sony die abgeschalteten Netzwerke wieder voll hochfahren. Im neuen Geschäftsjahr soll unter dem Strich aber wieder ein Gewinn stehen. Auch der Umsatz werde steigen.

Einige Experten zeigten sich enttäuscht und stellten die Fähigkeiten des Sony-Managements infrage. "Ich bin schon lange skeptisch, was Sony angeht. Sony ist von Apple und anderen Firmen überholt worden", sagte Yuuki Sakurai von Fukoku Capital Management in Tokio. "Die Führung ist nicht in der Lage, den Aktionären die Zukunft der Firma aufzuzeigen."

Sony galt lange als Symbol für Japans Vorreiterstellung im Bereich Elektronik. Doch mittlerweile ist das Unternehmen ins Hintertreffen geraten: Bei tragbaren Musikspielern wurden die Japaner längst von Apples iPod überholt, bei Flachfernsehern von Samsung Electronics. Bei Video-Spielen bläst dem Hersteller der PlayStation der Wind gleich von zwei Seiten ins Gesicht: von Nintendo und Microsoft.

- APA

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