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Signa-Investoren sollen Geld für Sanierung nachschießen

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Vom Nobelkaufhaus Lamarr steht bisher nur das Stahlbetongerippe
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Die bisherigen Geldgeber von Signa sollen nochmals Geld nachschießen, um die Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung sicherzustellen und Notverkäufe zu vermeiden. Das geht aus einem Brief des Sanierungsvorstands der beiden Signa-Töchter Prime und Development, Erhard Grossnigg, an Signa-Investoren hervor, aus dem am Donnerstag die Magazine "profil" und "Spiegel" zitierten. Gegenüber "profil" sprach Grossnig "von einer positiven Resonanz". Für die APA war Signa nicht erreichbar.

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Die bisherigen Geldgeber von Signa sollen nochmals Geld nachschießen, um die Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung sicherzustellen und Notverkäufe zu vermeiden. Das geht aus einem Brief des Sanierungsvorstands der beiden Signa-Töchter Prime und Development, Erhard Grossnigg, an Signa-Investoren hervor, aus dem am Donnerstag die Magazine "profil" und "Spiegel" zitierten. Gegenüber "profil" sprach Grossnig "von einer positiven Resonanz". Für die APA war Signa nicht erreichbar.

Dem Brief zufolge geht es um 350 Mio. Euro, die Grossnig versucht bis 15. Jänner aufzustellen. Die Summe soll die beiden insolventen Aktiengesellschaften Signa Prime und Signa Development durch die nächsten drei bis vier Monate tragen, zitieren "profil" und "Spiegel" in Onlineberichten aus dem Rundschreiben des im Dezember an Bord geholten Sanierers Grossnigg.

Die Eigenverwaltung im Insolvenzverfahren könne "nur funktionieren, wenn 'wir' Liquidität erhalten, um unsere wesentlich werthaltigen Bauprojekte fortzusetzen und den wahren Wert erhalten, anstatt Vermögen zu vernichten", heißt es dem Medienbericht zufolge in dem Schreiben weiter. Die Kapitalspritze soll, so die Absicht, helfen, eine Zerschlagung und damit einen noch höheren Schaden für die Investoren abzuwenden.

Auch in den Insolvenzanträgen von Prime und Development ist laut "profil" von einer Überbrückungsfinanzierung "durch Emission eines Substanzgenussrechts/Massekredits" die Rede.

Allerdings ist das neuerliche Investment in das kriselnde Signa-Geflecht mit Risiko verbunden. Es sei, so heißt es im Brief "nur für professionelle Anleger geeignet, die das Risiko eines erheblichen Verlusts oder sogar eines Totalverlusts ihres Investments akzeptieren können".

Die Geldspritze der Investoren soll mittels Genussscheinen erfolgen. Die Zinsen betragen demnach 9 Prozent jährlich bei halbjährlicher Zinszahlung und einer Beteiligung am Mehrertrag, den eine geordnete Abwicklung im Gegensatz zu einer Zerschlagung bringen soll. Die Laufzeit der Genussscheine von zwei Jahren kann laut den Berichten zweimal um je ein Jahr verlängert werden.

Dem "profil" sagte Grossnig: "Die erste Resonanz auf den Brief war positiv und ich hoffe und bin optimistisch, dass wir das benötigte Geld auch bekommen werden." Fixe Zusagen gebe es allerdings noch nicht. Laut "Spiegel" stößt das Vorhaben auf große Skepsis. Ein Kernproblem sei, dass unklar sei, wie viel Kapital nötig sein werde, wenn die 350 Mio. Euro in drei bis Monaten aufgebraucht sind. Investoren, die mitmachen, laufen Gefahr, auch dieses Geld zu verlieren oder erneut nachschießen zu müssen, so das deutsche Nachrichtenmagazin.

Das vom Tiroler Rene Benko aufgebaute Immobilienimperium ist in der Nullzinsphase der vergangenen Jahre rasant gewachsen. Zur Unternehmensgruppe gehören zahlreiche Geschäftsimmobilien in Deutschland und Österreich sowie der deutsche Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof, der bereits zwei Insolvenzverfahren hinter sich hat. In Hamburg baut Signa gerade den 245 Meter hohen Elbtower. Das Projekt steht aber still, weil Signa sich die monatlichen Baukosten von kolportiert 25 Mio. Euro nicht mehr leisten kann. Wie es in Wien mit der Großbaustelle Lamarr am früheren Leiner-Standort in der Mariahilfer Straße weitergeht, ist unklar. Das Edelkaufhaus sollte 2025 eröffnet werden, bisher steht nur das Stahlbetongerippe. Ende November meldete die Signa Holding Insolvenz an, Ende Dezember folgten die Töchter Prime und Development.

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