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Siemens-Chefin fordert schnellere Verfahren für Energiewende

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Siemens-Österreich-Chefin Neumann glaubt an Energiewende
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Die Stromnetze in Österreich müssen ausgebaut werden, das sei unbestritten. Die Technologie dafür gebe es, wenn auch teils erst in Entwicklung. Auch die Bevölkerung könne man überzeugen, mitzumachen, sagte die seit Mai amtierende Siemens-Österreich-Chefin, Patricia Neumann, am Donnerstag vor Journalisten. Allerdings müssten die Gesetze rasch angepasst und die Verfahren beschleunigt werden. Das sei der größte Hebel, da müsse Österreich - wie ganz Europa - schneller werden.

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Die Stromnetze in Österreich müssen ausgebaut werden, das sei unbestritten. Die Technologie dafür gebe es, wenn auch teils erst in Entwicklung. Auch die Bevölkerung könne man überzeugen, mitzumachen, sagte die seit Mai amtierende Siemens-Österreich-Chefin, Patricia Neumann, am Donnerstag vor Journalisten. Allerdings müssten die Gesetze rasch angepasst und die Verfahren beschleunigt werden. Das sei der größte Hebel, da müsse Österreich - wie ganz Europa - schneller werden.

"Der Ausbau ist nicht vermeidbar", so Neumann. Einen Beitrag könne Siemens bei der Schaffung intelligenter Stromnetze leisten. Gerade im mittleren Spannungsbereich und bei den Zuleitungen zu Haushalten sei da noch viel Potenzial ungenutzt. "Wir sehen, wenn Netze intelligenter werden, dass der geplante Netzausbau ein kleinerer sein muss". Laut Experten liege die Einsparung bei 20 bis 40 Prozent. Bei allem Widerstand solle man an den Ausbauzielen so lange wie möglich festhalten, aber um sie zu erreichen brauche es einen gemeinsamen Schulterschluss aller, und "den gibt es in Österreich nur bedingt im Moment".

Neumann verwies auf den IKT-Konvent diese Woche, in dem als einer von 28 Punkten ein "Energiewende-Koordinator" gefordert worden sei, wie immer die Aufgabe dann benannt wird. Dieser müsse mit Expertenwissen über Partikularinteressen hinaus wirken. Es gehe um Service und Aufklärung, nicht um neue Regulatorik.

Für Siemens sieht Neumann die Themen Technologie, Verstärkung von Partnerschaften sowie Nachhaltigkeit als "wahrscheinlich wichtigsten und breitesten" Punkt, als Schwerpunkte. Am Weg zu Nachhaltigkeit sei neben der Gestaltung von Industrie und Gebäuden - wo zusammen 70 Prozent der Energie verbraucht werden - insbesondere Recycling ein spannendes Thema - vor allem wenn Rohstoffe knapp werden, aber in den Produkten noch existieren.

Und das brauche auch künstliche Intelligenz. In die Nutzung von KI setzt Neumann große Hoffungen, sie sei sehr froh, dass auch Siemens viel in dieses Thema investiert, sagt die frühere IBM-Managerin. KI werde längst nicht mehr als Bedrohung für Jobs wahrgenommen, sondern als Technologie, die Firmen neue Chancen eröffnet.

Für Siemens Österreich erwartet Neumann in den nächsten Jahren eine stabile Entwicklung, der Personalstand von rund 9.000 "Simensianern" in Österreich, davon 2.900 Mitarbeitende in der Siemens AG, werde auch in fünf Jahren etwa auf dem gleichen Niveau liegen. "Die Frage nach einer generellen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich stellt sich nicht", sagt Neumann. Siemens Österreich setze auf flexible individuelle Lösungen bis hin zu Homeoffice aus dem Ausland, das Siemens unterstütze. Grundsätzlich solle man dort ansetzen, wo Menschen mehr arbeiten wollen aber nicht können und weniger versuchen, "den zu bekehren, der nicht arbeiten will oder es nicht braucht", so die Siemens-Chefin zur aktuelle Debatte über Teilzeit.

Siemens Österreich steuert inzwischen zusätzlich zu Österreich die Entwicklung in 25 Staaten von Zentral- und Osteuropa bis nach Zentralasien, in Summe geht es dabei um 32.000 Mitarbeitende. Dazu gehört auch die Ukraine, wo das operative Geschäft aufrecht erhalten werde. "Wir bedienen unsere Kunden", die laufende Produktion werde aufrecht gehalten, so Neumann. "Wiederaufbau - so weit sind wir noch nicht".

Im Zusammenhang mit den Betrugsvorwürfen gegen einen ehemaligen Siemens-Mitarbeiter in Vorarlberg verweist Neumann darauf, dass Siemens in diesem Fall pro-aktiv an die Staatsanwaltschaft herangetreten sei und diese unterstütze. Es handle sich aber um "einzelne Individuen, die sich persönlich bereichert haben oder wollten". Parallel zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen auch die internen Ermittlungen bei Siemens weiter. Auch wenn diese formal erst nach den staatlichen Ermittlungen enden, so würden doch bereits Maßnahmen gesetzt, damit so ein Fall nicht noch einmal passieren kann.

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