Schlecker schließt jede zweite deutsche Filiale

Die insolvente Drogeriekette Schlecker schließt jede zweite Filiale in Deutschland und streicht dort rund die Hälfte der Arbeitsplätze. Das kündigte der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch an.

"Das ist ein überlebensnotwendiger Einschnitt", sagte er. "In Österreich ist zunächst keine Veränderung vorgesehen", sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwochnachmittag zur APA.

Insgesamt sollen bei Schlecker lediglich rund 13.500 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Momentan gehe er davon aus, dass 11.750 Beschäftigte in den Schlecker-Filialen vom Arbeitsplatzabbau betroffen sein. Zudem sollen 3.000 der bisher rund 6.000 Geschäfte des Familienkonzerns schließen. Schlecker betreibt in Österreich 931 Märkte (Stand: 1. Februar) mit knapp 3.000 Mitarbeitern.

Ausgenommen von den harten Einschnitten sei zunächst die Tochter IhrPlatz mit ihren rund 6.000 Arbeitsplätzen und 650 Filialen. Schlecker hatte am 23. Jänner beim Amtsgericht Ulm Insolvenz beantragt, kurz danach folgte die Tochter IhrPlatz. Derzeit arbeiten rund 32.000 Mitarbeiter im Konzern und seinen insgesamt rund 7.000 Filialen. Die Schlecker-Auslandstöchter sind bisher nicht insolvent.

Nun werde er Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite für eine schnelle Einigung führen. Ende März solle bereits das Insolvenzverfahren eröffnet werden. Danach dürfe Schlecker nicht mit Verlusten weitergeführt werden. Sonst ließen sich auch keine möglichen Investoren finden, erklärte Geiwitz. Auf Konzernebene gebe es momentan zwei Szenarien, hieß es heute aus der Konzernzentrale. Entweder Schlecker bleibe selbstständig oder man finde einen Investor. Mit den derzeitigen "Maßnahmen" bereite man "die Basis für anstehende Investorengespräche" auf. In beiden Fällen sei Schlecker zukunftsfähig, wurde betont.

- APA

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession