Schicksalsstunden für AE&E - Investor Triton ins Spiel gebracht

Der A-Tec-Gläubigerausschuss, in dem es seit Dienstagvormittag wieder um das Schicksal der angeschlagenen Anlagenbau-Tochter AEE ging, hatte vorerst weiter nichts zu beschließen. Grund: Mit einem der infrage kommenden Interessenten muss nachverhandelt werden. Am Dienstag ist zudem ein weiterer Interessent auf den Plan getreten, der bisher noch nicht im Gespräch gewesen ist.

Neben den Interessensbekundungen von Mass (Hongkong) und Doosan (Südkorea) werden in den Rettungsbemühungen weitere denkbare Investoren ins Spiel gebracht. Die "Presse" nennt in der Mittwochausgabe den Fonds Triton, der zuletzt als Interessent für den Karstadt-Konzern in die Öffentlichkeit trat. Gut die Hälfte des veranlagten Kapitals der Triton Fonds von rund 2 Mrd. Euro soll in Deutschland investiert sein.

Als Damoklesschwert schweben Insolvenzantragsfristen, ansonsten könnte die AEE-Führung in die Pflicht genommen werden. "Es ist schon recht knapp - A-Tec ist heute an vielen Stellen eine wichtige Baustelle", so Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 zur APA. Mehrere Verhandlungsrunden kreisten auch am Dienstag um das Ziel, eine Pleite der A-Tec-Kernfirma und damit riesigen Schaden zu vermeiden. Am Mittwoch ist ein Lostag.

Dem Vernehmen nach muss mit der Hongkong-Investorengruppe um Mass weiter gerungen werden, als Druckmittel könnte ein angeblich besseres Offert der koreanischen Doosan gelten.

Wann der Gläubigerausschuss wieder zusammen tritt, war am Nachmittag offen. Kantner: "Sobald es etwas zu beschließen gibt, werden wir kurzfristig einberufen. Das kann heute sein. Das kann morgen sein. Mit Sicherheit diese Woche."

Die wünschenswerte Beschlusslage wäre: "Bewilligung eines Veräußerungskonzepts." Nach bisherigem Informationsstand wird über einen Share-Deal für AEE verhandelt, nicht über einen Asset-Deal. Was passiert, wenn ein rascher Verkauf platzt, darüber will Kantner noch nicht öffentlich spekulieren.

In Gläubigerkreisen wird indes Unmut wegen eines gefürchteten Asset Stripping geäußert. Etwa am Beispiel des möglichen Bieters Mass: "Mass kauft um einen Euro und verkauft um das Vielfache, die Banken bekommen die 100 Mio. Euro Sofortkredit in spätestens sieben Jahren zurück und die A-Tec-Gläubiger schauen durch die Finger", schreibt das Blatt ohne Quellenangabe. Mass sei ein beinharter Restrukturierer, nicht aber ein Sanierer, heißt es. Dagegen habe eine bei Deloitte in Auftrag gegebene Expertise für die AE&E einen Wert von 900 Mio. Euro ergeben.

- APA

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