S&P stufte Italiens Kreditwürdigkeit herab

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Italiens weiter herabgestuft. Das Land werde bei der langfristigen Bonität fortan mit der Note "A" statt "A+" bewertet, teilte Standard & Poor's am Montag mit. Bei der kurzfristigen Kreditwürdigkeit setzte die Agentur das Rating von "A-1+" auf "A-1" herab.

Grund seien "die sich abschwächenden Wachstumsaussichten" und die Einschätzung, dass die derzeit regierende Koalition die Fähigkeit einschränke, entschlossen auf die Schuldenkrise zu reagieren. Der Euro reagierte am Dienstag mit Kursverlusten auf die Herabstufung Italiens. Zeitweise kostete er weniger als 1,36 Dollar. Die Herabstufung belastete auch die Aktienmärkte in Asien, befürchtete Einbrüche blieben jedoch aus.

Wegen der Herabstufung drohen Italien nun höhere Zinsen bei der Aufnahme neuer Kredite. Denn je schlechter die Kreditwürdigkeit, desto größer erscheint das Risiko, dass der Gläubiger sein Geld nicht wiedersieht. Dieses Risiko lässt sich der Geldgeber durch höhere Zinsen bezahlen.

Italien hat nach Griechenland den zweithöchsten Schuldenstand in der Eurozone. Standard & Poor's hatte die Herabstufung bereits angedroht. Sie vollzog diese nun nur wenige Tage, nachdem das italienische Parlament ein weiteres Sparpaket der Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi von 54,2 Milliarden Euro verabschiedet hatte. Zusammen mit bereits im Juli verabschiedeten Einschnitten will Rom so über 102 Milliarden Euro einsparen, um bis 2013 wieder ein ausgeglichenes Budget vorzulegen.

Erst am Freitag hatte auch die Ratingagentur Moody's damit gedroht, Italien trotz der zuletzt verabschiedeten Sparpakete herabzustufen. Moody's bewertet Italien in seinem eigenen Rating-System mit "Aa2" - und damit merklich besser als S&P. Hier fällt voraussichtlich im nächsten Monat die Entscheidung.

- APA

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