Riesenbetrug mit angeblichen Bio-Produkten in Italien aufgedeckt

Die Finanzpolizei von Verona hat einen riesigen Betrug mit vermeintlichen Bio-Produkten aufgedeckt. Demnach wurden seit 2007 insgesamt 700.000 Tonnen als Lebensmittel im Wert von 220 Millionen Euro mit falscher Kennzeichnung verkauft.

2.500 Tonnen wurden sichergestellt, sieben Personen wurden festgenommen. Die Ermittlungen liefen unter dem Titel "Der gestiefelte Kater", wie italienische Medien am Dienstag berichteten.

Bei den Festgenommenen handelt es sich großteils um Geschäftsleute. Unter den Verdächtigen befindet sich jedoch auch ein Behördenmitarbeiter. Als vermeintliche Bio-Lebensmittel wurden überwiegend Getreide, Soja, Mehl und Obst aus herkömmlichem Anbau verkauft. Ein Teil der Produkte stammte aus Rumänien. Die umgesetzte Menge entspricht den Angaben zufolge einem Zehntel des italienischen Marktes.

Die österreichischen Behörden warten vorerst weiter auf Daten der Regierung in Rom. Man habe sofort nach Bekanntwerden des Skandals Kontakt mit den italienischen Behörden und der EU-Kommission aufgenommen, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. "Bis dato haben wir keine Informationen darüber, dass Produkte nach Österreich gelangt sind", sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Alois Stöger (S).

Eine genaue Untersuchung des Skandals und die Auswirkungen auf Österreich hatte auch der Verein für Konsumenteninformation angekündigt. "Wir wollen herausfinden, was importiert wurde und wohin genau die Waren geliefert wurden", erklärte VKI-Geschäftsführer Franz Floss. Aus Sicht des Experten könnten Verbraucher trotz des Skandals generell weiter auf Bio-Lebensmittel vertrauen: "Die Situation für Bio-Konsumenten ist in Österreich europaweit am sichersten", sagte Floss. Die Kontrollen seien hierzulande sehr streng, teilweise werde mehr verlangt als die EU-Bio-Verordnung vorschreibe.

- APA, Red.

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