RHI startet Brasilien-Projekt

Die Führungsspitze der RHI will bereits seit geraumer Zeit im Rohstoff-Eldorado Brasilien auf der grünen Wiese investieren. Der Anfang ist nun geschafft. "Wir haben ein Stück Land gekauft und wollen ein Werk von Grund auf aufbauen - vorerst ohne Rohstoffe, später mit", sagte der neue Chef des börsennotierten Feuerfestkonzerns, Henning Jensen, im Gespräch mit der APA.

Das 980.000 Quadratmeter große Grundstück habe die RHI Ende Oktober erworben. Das Werk soll in zwei Jahren stehen, so der Finanzchef und nunmehrige Vorstandssprecher. Der Konzern will damit hauptsächlich die Stahl-, aber auch die Zement- und die Glasindustrie bedienen. Die Investitionskosten alleine für das Werk bezifferte Jensen mit 60 Mio. Euro. Im ersten Ausbauschritt könnten bis zu 100.000 Tonnen feuerfeste Steine und Massen hergestellt werden. Der Baubeginn soll in den ersten vier Monaten 2011 stattfinden, der Produktionsstart ist für Ende 2012 geplant.

Brasilien sei der am stärksten wachsende Markt der Welt. Die Stahlproduktion habe heuer bereits um 20 Prozent zugelegt. "Die bauen riesig aus." In China habe der Zuwachs heuer 5 bis 10 Prozent betragen - nach einem Plus von 30 Prozent 2009.

Mit Hilfe des Investments in Brasilien will die RHI ihre Präsenz in den kommenden vier bis fünf Jahren verfünffachen. Als Umsatz nannte der Unternehmenschef rund 20 Mio. Euro. Durch ein eigenes Werk vor Ort fallen die hohen Importzölle weg, so der entscheidende Vorteil.

Der RHI-Chef hat bei seiner Expansion aber sämtliche BRIC-Staaten im Visier - neben Brasilien sind das Russland, Indien und China. Ein Engagement in Russland brauche aber Zeit - die RHI versucht bereits, dort verstärkt Fuß zu fassen. Der Anteil am Feuerfestproduzenten ZAO Podolsk Refractories sei bereits auf 23,5 Prozent aufgestockt worden.

Indien sei "etwas schwieriger, weil sie dort keine Rohstoffe haben". Die RHI suche eine Strategie, "in den Markt deutlich hineinzukommen". Der Konzern hat dort ein kleines Werk assoziiert und ein Vertriebsbüro. An dem Joint-Venture RHI Clasil hält der Feuerfest-Spezialist 51 Prozent. "In Indien müssen wir entweder eine Marktposition kaufen oder unsere Kapazität erhöhen", sagte der RHI-Chef.

In China will der Feuerfestkonzern die Kapazitäten um 50 Prozent erhöhen. Die RHI hatte bereits zwei Tunnelöfen und baute nun den dritten. "Im ersten Quartal 2011 sollten wir bei einer Produktion von 20 bis 25 Mio. Euro sein." Ende September wurde der dritte Tunnelofen in Dalian in Betrieb genommen und damit die Produktionskapazität in China um 20 Prozent auf 270.000 Tonnen erhöht.

2009 erlitt die RHI-Gruppe einen Umsatzeinbruch von 22,5 Prozent auf 1,24 Mrd. Euro. Heuer sollen die Erlöse wieder auf 1,5 Mrd. Euro anwachsen. Der operative Gewinn (EBIT) sank im Vorjahr um 63,1 Prozent auf 54,8 Mio. Euro.

- APA

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