Rekordinflation von 8,1 Prozent im Euroraum im Mai

Druck auf EZB für Zinswende steigt

Rekordinflation von 8,1 Prozent im Euroraum im Mai

Rekordinflation von 8,1 Prozent im Euroraum im Mai

Der Preisschub bei Energie treibt die Inflation im Euro-Raum auf ein neues Rekordhoch. Waren und Dienstleistungen kosteten im Mai durchschnittlich 8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, teilte das Statistikamt Eurostat nach einer ersten Schätzung mit. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit 7,7 Prozent gerechnet.

Die Inflationsrate ist damit mehr viermal so hoch wie das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die 2,0 Prozent als optimales Niveau für die Wirtschaft anstrebt. Im März und April war die Teuerung im Währungsraum jeweils bei 7,4 Prozent gelegen.

Damit dürfte der Druck auf die Währungshüter noch einmal kräftig zunehmen, nach Jahren der weit offenen Geldschleusen die Zinswende einzuleiten. Andere große Notenbanken wie die Fed in den USA haben angesichts des starken Preisauftriebs bereits die Zinsen erhöht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte kürzlich in Aussicht gestellt, dass die Währungshüter voraussichtlich bis Ende September die Ära der Negativzinsen beenden.

Experten gehen derzeit davon aus, dass die Notenbank auf ihrer Zinssitzung am 9. Juni zunächst das Ende ihrer Staatsanleihenkäufe beschließen wird und dann im Juli erstmals die Zinsen erhöht. Es wäre die erste Zinsanhebung seit 2011. Energie verteuerte sich laut Eurostat im Zuge des Ukraine-Kriegs im Mai zum Vorjahr um 39,2 Prozent, nach einem Anstieg von 37,5 Prozent im April. Die Preise für unverarbeitete Lebensmittel zogen um 9,1 Prozent an, nach zuletzt 9,2 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um 3,5 Prozent.

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