RBI polstert Kapital auf

Die RBI will bis 5. März Hybridkapital im Nennwert von bis zu 500 Millionen Euro zurückkaufen. Diese Mischung aus Eigen- und Fremdkapital wird künftig von den Aufsehern nicht mehr als Grundstock für das Kapital einer Bank anerkannt. Die Papiere notieren derzeit unter ihrem Nennwert. Wenn alle Investoren das Angebot annehmen, dürfte dem Institut deshalb ein Gewinn von rund 150 Millionen Euro zufließen, sagte eine Sprecherin. Die Kernkapitalquote steige dadurch um 16 Basispunkte.

An der Börse legte die Raiffeisen-Aktie am Donnerstagdeultich zu. Grund dafür dürfte auch das am Mittwochabend verkündete Gewinnplus im vergangenen Jahr sein: Trotz einer mauen Wirtschaftsentwicklung in vielen Teilen Osteuropas konnte die Bank ihren Vorsteuergewinn auf 1,4 von 1,3 Milliarden Euro steigern. Unter dem Strich ging der Gewinn jedoch wegen eines Steuereffekts um elf Prozent auf 968 Millionen Euro zurück. Die Zahlen seien dennoch besser als erwartet, schrieben die Analysten der UBS. Zudem komme die Bank bei der Aufstockung ihres Kapitals schneller voran als gedacht.

Auch andere Banken in Europa polstern mit dem Rückkauf von Hybrid-Instrumenten ihre Kapitalpolster auf. Neben der Commerzbank hatte zuletzt die Erste Group Bank einen solchen Schritt angekündigt. Weil die Papiere am Markt derzeit meist deutlich unter ihrem Nennwert notieren, streichen die Institute dadurch satte Buchgewinne ein. Die sind den Banken höchst willkommen - denn sie müssen bis zur Jahresmitte eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent vorweisen.

Die Raiffeisen Bank International kam per Jahresende auf einen Wert von 9,3 Prozent. Für die Regulierer sind aber nicht die Zahlen der RBI maßgeblich, sondern jene der nicht börsenotierten Mutter Raiffeisen Zentralbank. Sie muss nach Angaben der Bankenaufseher eine Kapitallücke von 2,1 Milliarden Euro schließen - hat einen guten Teil davon aber bereits erfüllt.

Reuters/hahn

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