Razzia bei der Deutschen Bank

Gegen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und einige frühere Manager der Großbank wird wegen des Verdachts auf Prozessbetrug und Falschaussagen im milliardenschweren Schadenersatzverfahren rund um die Kirch-Pleite ermittelt. Vorige Woche gab es Hausdurchsuchungen. Die Razzien fanden u.a. beim amtierenden Vorstandschef Ackermann als auch bei Ex-Chef Rolf Breuer statt.

Vorige Woche wurden fast sämtliche Vorstandsbüros der Deutschen Bank in Frankfurt von der Staatsanwaltschaft durchsucht, sowie die Privatwohnung Breuers und seine Ferienwohnung in Österreich, berichteten deutsche Tageszeitungen unter Berufung auf Bankanwälte.

Hausdurchsuchung wie bei einem Schwerverbrecher

Bereits am Dienstag letzter Woche um halb sieben in der Früh wurde auch das Privathaus von Breuer von Staatsanwälten und Ermittlern durchsucht. Der 74-jährige, schwerhörige Breuer habe noch im Bett gelegen, schrieb der "Tagesspiegel". "Er hat erst sein Hörgerät einschalten müssen. Der Ton der Ermittler war äußerst ruppig, so als ob es um einen Schwerverbrecher oder ein Drogenkartell geht", wurde ein Insider zitiert.

Hintergrund der Aktionen der Justiz ist ein erbitterter Rechtsstreit um die Pleite des im Sommer verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch vor dem Münchner Oberlandesgericht. Es geht um Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Ackermann, Aufsichtsratschef Clemens Börsig, Ex-Vorstandschef Breuer und Ex-Personal-Vorstand Tessen von Heydebreck wegen uneidlicher Falschaussage und Prozessbetrug. Die Banker sollen vor Gericht gelogen haben.

Ackermann verzichtet auf Aufsichtsratsposten

Die Deutsche Bank und die Manager wiesen alle Vorwürfe bisher als haltlos zurück. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verzichtete nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand auf ein Aufrücken in den Aufsichtsrat. Paul Achleitner wird neuer Aufsichtsratschef der Deutschen Bank

- APA, Red.

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