Ramprecht klagt Grasser wegen Übler Nachrede

In der Buwog-Affäre nimmt nun Ex-Finanzminister Grasser an einem Nebenschauplatz die Rolle eines Beklagten ein: Sein früherer Mitarbeiter Michael Ramprecht klagte Grasser wegen Übler Nachrede. Grasser seinerseits hatte ja Ramprecht wegen Übler Nachrede geklagt, weil dieser im Oktober 2009 im Magazin "profil" von einem abgekarteten Spiel bei der Privatisierung der Buwog-Wohnungen gesprochen hatte.

Ramprecht hat nun selbst Privatanklage gegen Grasser erhoben, weil er sich in seiner Ehre verletzt sieht. Grasser hatte im Interview mit der Zeitung "Österreich" (Ausgabe vom 27. November 2011) Ramprecht als "nachweislich psychisch labil" bezeichnet und gemeint, dieser würde "dringend psychische Hilfe" benötigen. "Das ist eine Herabwürdigung, daher hat mein Mandant Grasser geklagt", sagte Ramprechts Anwalt Michael Pilz am Freitag zur APA.

Grasser versus Ramprecht

Die Causa "Grasser gegen Ramprecht" wird dadurch nun um die Causa "Ramprecht gegen Grasser" erweitert. Seit zwei Jahren ist Grassers Privatanklage gegen seinen früheren Mitarbeiter Ramprecht anhängig. Dieser gerichtliche Nebenschauplatz zur Buwog-Affäre hatte sich an einem "profil"-Artikel vom Oktober 2009 entzündet. Darin hatte Ramprecht von einem "abgekarteten Spiel" bei der Vergabe des Auftrags zur Begleitung der Buwog-Privatisierung an die US-Investmentbank Lehman Brothers gesprochen. Grasser sah sich in seiner Ehre beleidigt und klagte Ramprecht und das "profil" wegen Übler Nachrede. Ramprecht bleibt bis heute bei seinen Vorwürfen gegen Grasser.

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

In der eigentlichen strafrechtlichen Buwog-Causa ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter zum Verdacht auf Untreue und Amtsmissbrauch gegen Grasser, Walter Meischberger, Peter Hochegger und Ernst Karl Plech. Es geht um Provisionszahlungen von 9,6 Mio. Euro, die im Zuge der Buwog-Privatisierung 2003/04 vom erfolgreichen Bieter Immofinanz an Hochegger und Meischberger gezahlt wurden und über Zypern auf drei Konten in Liechtenstein geflossen sind. Grasser und Plech weisen alle Vorwürfe, sie hätten ebenfalls Geld aus dieser Provision erhalten, zurück. Es gilt für alle Genannten die Unschuldsvermutung.

- APA, Red.

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