Prozess gegen Ex-BayernLB-Vorstand Gribkowsky

Der frühere BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky hat vor Gericht die Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen. "Fakt ist, dass unser Mandant eine Bombe entschärft hat", sagte sein Verteidiger Rainer Brüssow am Montag zum Prozessauftakt. Die Staatsanwaltschaft wirft Gribkowsky vor, beim Verkauf der Formel-1-Rechte an den britischen Finanzinvestor CVC gut 32 Mio. Euro an Schmiergeld kassiert zu haben.

Die Ankläger legen Gribkowsky, der von 2003 bis 2008 im Vorstand von Deutschlands zweitgrößter Landesbank war und seit Anfang 2011 in Untersuchungshaft sitzt, daher Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung vor. Dutzende Zeugen sollen im Prozessverlauf vernommen werden, darunter auch der schillernde Formel-1-Chef Bernie Ecclestone. Gegen den Briten wird selbst ermittelt. Er spielt laut Anklage eine Hauptrolle in dem Krimi, schließlich sollen von ihm die Gelder an Gribkowsky stammen, die als Beratungshonorare getarnt waren.

Gribkowskys Verteidiger Brüssow erklärte, er rechne in dem Verfahren mit einem Freispruch. Sein Mandant habe seinerzeit das Beste für die Landesbank herausgeschlagen und sich nichts Strafbares zu Schulden kommen lassen. "Solche Zahlungen sind in der Formel 1 üblich, auch in dieser Höhe." Die Staatsanwaltschaft habe die Beweise einseitig zulasten des Ex-Bankers ausgelegt und betreibe eine "heilige Hetzjagd". Der Manager selbst will sich nicht zur Sache äußern.

Zuvor hatte Co-Verteidiger Dirk Petri die Unabhängigkeit der Richter bezweifelt, da sie im Dienste des Freistaats Bayern stünden, dem wiederum die mutmaßlich geschädigte BayernLB gehört. Zudem forderte die Verteidigung die Zusammenlegung des Verfahrens mit dem noch ausstehenden Strafprozess um den BayernLB-Kauf der maroden Hypo Group Alpe Adria.

Gribkowsky droht im Fall einer Verurteilung eine langjährige Haftstrafe. Aus Sicht der Ermittler hat der 53-jährige Hamburger der Bank beim Verkauf der Formel-1-Vermarktungsrechte einen Schaden von gut 66 Mio. Dollar (47,8 Mio. Euro) zugefügt.

- APA

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