Protestwelle schüttelt Ägyptens Wirtschaft durch

Ägyptens Wirtschaft ächzt unter der Protestwelle gegen Präsident Hosni Mubarak: Anleger und Urlauber sorgen sich um eine Destabilisierung der Region, Analysten um eine Kapitalflucht. Die Tourismus-Industrie und die ausländischen Investitionen würden unter der Krise sicher leiden, warnte Zentralbank-Gouverneur Faruk al-Okdah.

Das Wirtschaftswachstum von zuletzt sechs Prozent werde nicht zu halten sein. Nach Angaben des Handelsministeriums brachen die Exporte wegen der Unruhen und der Ausgangssperre im Jänner um sechs Prozent ein.

Die Regierung bemühte sich, zu Beginn der neuen Arbeitswoche am Sonntag das normale Leben wieder in Gang zu bringen. "Wir wollen, dass die Leute wieder zur Arbeit gehen und wieder Geld verdienen, und dass das Leben zur Normalität zurückkehrt", sagte Armee-Kommandeur Hassan al-Roweni auf dem Tahrir-Platz in Kairo, dem Zentrum des Protests. Doch viele Demonstranten harrten aus. Gepeinigt von Armut, Repression und Korruption ist das "normale Leben" für sie keine Option mehr.

Auf den Kreuzungen im Kairoer Finanzdistrikt standen gepanzerte Fahrzeuge. Beschäftigte von staatlichen Banken wurden in Bussen zu ihren Arbeitsstätten gefahren. Vor den Geldhäusern und ihren Geldautomaten standen die Menschen Schlange. Bankmitarbeiter registrierten ihre Namen, um ein Chaos zu verhindern. Die Leute hätten Angst, keinen Lohn bezahlt zu bekommen, und heben ihr Geld ab, erklärte ein Bankmitarbeiter.

Die längerfristigen Aussichten der Unruhen auf die ägyptische Wirtschaft lassen sich noch nicht abschätzen. Das Land hatte sich zuletzt zum Liebling vieler Investoren vor allem aus Afrika und dem Nahen Osten gemausert. An den Nil gelockt wurden die Anleger unter anderem von der Bereitschaft der Regierung zu Reformen im Finanzsektor und der wachsenden privaten Nachfrage.

- APA

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession