Pöchhacker besteht auf Koralm-Tunnel

Während Gegner des Brennerbasistunnel mit Ministeranfragen gegen das Tunnelprojekt mobilisieren sprechen sich ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker und SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter für die Projekte Koralm- bzw. Semmeringbasistunnel aus.

ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker beharrt darauf, dass der Koralm-Tunnel gebaut werden müsse. Die Verschuldung der Bahn sei kein Argument dagegen, schließlich handle es sich bei Tunnelbauten um volkswirtschaftlich wichtige Investitionen, die sich langfristig rechneten, so Pöchhacker im ORF-"Morgenjournal".

Zuletzt haben sich Wifo-Chef Karl Aiginger und ÖBB-Betriebsratschef Wilhelm Haberzettl gegen den Weiterbau des Koralmtunnels ausgesprochen. Die jüngste Auftragsvergabe sei nicht übereilt, bei dem Projekt sei der "Point of no Return" schon überschritten, hält dem Pöchhacker entgegen. "Wir leben heute noch von Investitionen aus dem 19. Jahrhundert", vergleicht er.

Auch seien alle Zeitungen voll des Lobes gewesen, als die Schweiz beim Gotthard-Tunnel den Durchstich feierte, zugleich spreche man in Österreich von "Tunnel-Wahn". Wenn man aber nicht investiere, dann sei dies langfristig ein Nachteil für den Wirtschaftsstandort.

Der Bahn-Aufsichtsratschef zeigte auch mit dem Finger auf den Straßenverkehr: Auch die Asfinag habe Milliardenschulden, auch diese könne man nicht wie bei einem Unternehmen als verlorene Aufwendungen verbuchen. Und wenn man Verkehrspolitik mache, dann müsse man auch über eine flächendeckende Lkw-Maut "nachdenken", regte Pöchhacker an.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter stellt im Zusammenhang mit der Diskussion um die großen österreichischen Tunnelprojekte fest, dass sowohl der Koralm- als auch der damit verbundene Semmeringbasistunnel unverzichtbare Leitprojekte für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Österreich seien.

"Der Rechnungshof stellt in allen seinen Prüfungen und Expertisen klar, dass der Ausbau der Südbahn und damit des Baltisch-Adriatischen Korridors volkswirtschaftlich völlig außer Streit steht und entscheidend für die künftige Standortqualität Österreichs sein wird", so Kräuter.

- APA

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