Philips enttäuscht trotz Gewinnsprungs im vierten Quartal

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat im vierten Quartal erneut von der Profitabilität seines Gesundheits- und Lichtgeschäfts profitiert und ein kräftiges Gewinnplus erzielt. Sorgenkind blieb aber das Fernsehgeschäft, wie aus der am Montag veröffentlichten Bilanz hervorgeht. Für das laufende Jahr setzt Philips auf die Schwellenländer. Auf den gesättigten Märkten dürfte die Konsumstimmung weiterhin mau bleiben, warnte der Konzern.

An der Börse konnte Philips nicht punkten. Die Papiere verloren kurz nach Handelsbeginn mehr als fünf Prozent und gaben im frühen Handel weiter nach. Ein Händler sah auf den ersten Blick sowohl den Umsatz als auch das operative Ergebnis und den Nachsteuergewinn unter den Markterwartungen. "Das dürfte auch die Aktien des Wettbewerbers Siemens belasten", sagte er. Der Münchener Dax-Konzern will am (morgigen) Dienstag seine Zahlen für die Zeit zwischen Oktober und Dezember vorlegen.

Bei Philips fiel der Umsatz zwischen Oktober und Dezember auf vergleichbarer Basis um vier Prozent auf 7,39 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Firmenwerte (EBITA) kletterte von 662 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 873 Mio. Euro. Damit erreichte Philips eine bereinigte EBITA-Marge von 10,5 Prozent und übertraf die eigene Zielsetzung von zehn Prozent. Unterm Strich blieben 465 Mio. Euro, nach 260 Mio. Euro vor einem Jahr. Für das abgelaufene Jahr will der Konzern die Dividende auf 0,75 (Vj: 0,70) Euro je Aktie erhöhen.

Das für die Konsumelektroniksparte wichtige Fernsehgeschäft verzeichnete im Schlussquartal einen Umsatzrückgang und schrieb rote Zahlen. Für das laufende Jahr versprach das Unternehmen, die Lagerbestände im Handel abzubauen und das TV-Geschäft wieder profitabel zu machen. Die Medizintechniksparte hat das traditionell starke Geschäft mit Elektrogeräten mittlerweile beim Umsatz fast eingeholt. Den größten Beitrag zum operativen Gewinn leistet der Geschäftsbereich, in dem etwa medizinische Geräte für Radiologen oder zur Überwachung von Patienten angeboten werden. Für dieses Jahr zeigte sich der Konzern angesichts des hohen Auftragsbestands für die Gesundheitssparte weiter zuversichtlich. Im dritten Sektor Lichttechnik will Philips ab der zweiten Jahreshälfte von einer Belebung der Baubranche profitieren, hieß es weiter. Philips liefert neben Glühlampen Straßenbeleuchtungen und ist im LED-Geschäft aktiv.

Insgesamt sieht sich der Konzern auf gutem Weg, die mittelfristigen Ziele bis 2015 zu erreichen. Bis dahin soll der Umsatzanteil der Wachstumsmärkte von jetzt einem Drittel auf mindestens 40 Prozent ausgeweitet werden. Philips hat sich vorgenommen, China zum "Heimatmarkt" zu machen. Das jährliche Umsatzwachstum soll mindestens zwei Prozent über dem BIP-Wachstum liegen und die EBITA-Marge soll zehn bis 13 Prozent erreichen. Der Gewinn je Aktie soll doppelt so stark wachsen wie der vergleichbare Umsatz jährlich zulegt.

Konzernchef Gerard Kleisterlee, der im Herbst 65 Jahre alt wird, arbeitet noch bis Ende März bei Philips, dann soll Frans van Houten ihn nach zehn Jahren an der Spitze ablösen.

- APA

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