Paukenschlag: BEWAG-Aufsichtsrat kündigte Verträge der Ex-Vorstände fristlos

Paukenschlag beim burgenländischen Energieversorger BEWAG: Der Aufsichtsrat hat nachträglich die Verträge mit den beiden Ex-Vorständen Hans Lukits und Josef Münzenrieder fristlos aufgelöst. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Als Grund für den Schritt wird der Verdacht auf "Verfehlungen und grobe Pflichtverletzungen" genannt.

Lukits und Münzenrieder hatten die BEWAG Ende des Vorjahres verlassen. Dabei wurde die einvernehmliche Auflösung ihrer Vorstandsfunktionen vereinbart. Seither seien "insbesondere bei den IWP- (International Wind Power, Anm.) Projekten deutliche Hinweise auf grobe Pflichtverletzungen aufgetreten". Am 14. April hatte der Aufsichtsrat deshalb eine "vertiefende Prüfung laut § 95 (3) des Aktiengesetzes" durch einen unabhängigen Rechtsanwalt und einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer beschlossen.

Sollte bei dieser Prüfung der "dringende Verdacht auf grobe Pflichtverletzungen und Verfehlungen" bestätigt werden, die einen Schaden für die BEWAG bewirkt haben, so müsste dieser bei den alten Vorständen eingeklagt werden, hieß es. Die Zahlungen an die beiden Ex-Vorstände seien sofort eingestellt worden, um etwaige Schadenersatzansprüche gegenrechnen zu können.

Die Kündigung der Auflösungsvereinbarung sowie der alten Dienstverträge wurde vom Aufsichtsrat im Umlaufwege am vergangenen Freitag beschlossen. "Natürlich gilt die Unschuldsvermutung - wir sehen der erst durchzuführenden 'vertiefenden Prüfung' gemäß Paragraf 95 (3) AktG mit großem Interesse entgegen", hieß es in der Mitteilung des BEWAG-Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Kaltenbacher und seines Stellvertreters Leopold Buchmayer.

Darüber hinaus werde es seitens der BEWAG sowie vom Aufsichtsrat des Unternehmens keine Informationen zu Details geben, wurde am Montag erklärt.

- APA

Wirtschaft

12 Fragen: Den Brexit verstehen

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Versicherung

Sturmschäden: Wann die Versicherung zahlt

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession

Wirtschaft

Bitcoins aus der Trafik: Grazer Start-up braucht keine Bankkonzession