Panik an Europas Börsen bleibt aus

Der befürchtete große Ausverkauf an den europäischen Aktienbörsen ist am Montag zunächst ausgeblieben. Nichtsdestotrotz wurden gegen Mittag aber doch wieder deutliche Verluste registriert. Der DAX in Frankfurt notierte kurz nach 12.00 Uhr mit 6.056,51 Punkten und einem Minus von 179,65 Einheiten oder 2,88 Prozent und damit auf dem tiefsten Stand seit elf Monaten.

Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.183,42 Punkten errechnet, das ist ein sattes Minus von 82,93 Punkten bzw. 3,66 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verringerte sich um 1,70 Prozent auf 5.157,97 Stellen. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 gab 27,18 Einheiten oder 1,14 Prozent auf 2.347,97 Punkte nach. Nach einem kurzen Abstecher auf positives Terrain am Vormittag drehten die Indizes im weiteren Verlauf wieder deutlich ins Minus ab.

Thema Nummer eins am Markt war die Abstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard Poor's. Auch die Märkte in Asien hatten daraufhin einheitlich klare Abschläge zu verbuchen. Das zwischenzeitliche Plus hatten Börsianer unter anderem darauf zurückgeführt, dass sich die Finanzminister der G-7-Staaten in einer Telefonkonferenz zu ihrer Verantwortung für stabile Aktienmärkte bekannt hatten. Zudem hatte die Europäische Zentralbank Käufe von italienischen und spanischen Staatsanleihen signalisiert.

Wiener-Börse-Chef Heinrich Schaller beruhigte nach den starken Kursverlusten von vergangener Woche: Es gebe eine "Tendenz nach unten", die Situation sei aber nicht vergleichbar mit 2008, weil sich damals die Krise plötzlich ereignet habe. Diesmal habe man mehr Zeit gehabt, sich vorzubreiten. Die Schuldenkrise sei aber noch nicht im Griff. Anlegern empfiehlt er "ruhig Blut zu bewahren" und nicht jetzt Aktien zu verkaufen, sagte er am Montag im ORF-Radio. Die derzeitige Situation sei von Nervosität geprägt.

Profitiert von der Abstufung der US-Kreditwürdigkeit haben Gold-Anleger: Der Goldpreis hat zu einer rasanten Rekordjagd angesetzt. Die Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise trieb den Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) am Montag erstmals über die Marke von 1.700 US-Dollar auf ein neues Rekordhoch bei 1.715,01 Dollar (1.211,59 Euro).

Chinesische Staatsmedien haben am Montag noch einmal scharfe Kritik an den hohen Staatsschulden in den USA und der Europäischen Union geübt. Die "entwickelten Länder" gefährdeten weltweit das Wirtschaftswachstum, "weil sie ihre Verantwortung nicht wahrnehmen", schrieb die "Volkszeitung", das offizielle Organ der Kommunistischen Partei Chinas.

- APA

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