Panik an den Börsen

Nach den Kurseinbrüchen an der Wall Street vom Vorabend sowie den deutlichen Verlusten an Asiens Börsen sind am Freitag auch die Leitbörsen Europas erneut abgestürzt. Bis 9.20 Uhr rutschte der DAX um 3,14 Prozent auf 6.196,29 Einheiten ab und der "Footsie" büßte 2,83 Prozent auf 5.240,40 Punkte ein. Auch die Wiener Börse stürzte ab. Der Fließhandelsindex ATX rasselte um 5,73 Prozent ins Minus.

Händler sprachen bereits vor der Eröffnung der Märkte von Panikverkäufen. Unter den Investoren mache sich die Angst vor einer Rezession in den USA sowie vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in Europa breit, hieß es aus Händlerkreisen. Am Vorabend fand vor diesem Hintergrund ein Ausverkauf an der Wall Street statt. So stürzte der Dow Jones um mehr als vier Prozent ab, der Nasdaq sackte sogar knapp über fünf Prozent ab. An den asiatischen Börsen verlor der Nikkei-225 fast vier Prozent.

Insbesondere litten Bankenwerte unter dem vorherrschenden Marktsentiment. Aktien von Intesa Sanpolo (minus 7,72 Prozent auf 1,135 Euro), UniCredit (minus 5,96 Prozent auf 0,978 Euro) und Deutsche Bank (minus 4,38 Prozent auf 32,39 Euro) waren weit oben auf der Liste der Verlierer zu finden. Massive Kursverluste hatten auch Societe Generale (minus 4,33 Prozent auf 26,50 Euro) und Credit Agricole (minus 3,26 Prozent auf 6,909 Euro) zu verbuchen.

Die Wiener Börse stürzte am Freitag kurz nach dem Handelsstart ab. Der Fließhandelsindex ATX rasselte bis 9.15 Uhr um 5,73 Prozent auf 2.204,14 Einheiten ins Minus. "Da fehlen mir die Worte", kommentierte ein Marktteilnehmer die derzeitige Situation an der Wiener Börse. Es herrsche "große Angst", dass das Wirtschaftswachstum unter den Schuldenlasten in den USA und Europa völlig zum Erliegen kommt. "Die Anleger flüchten aus risikoreichen Anlagen."

Der französische Präsident Sarkozy kündigte für Freitag eine Telefonkonferenz mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel über die Lage an den Finanzmärkten an. Auch der spanische Ministerpräsident Zapatero werde teilnehmen, teilte Sarkozys Büro mit. Der Präsident hatte zuvor mit EZB-Chef Trichet gesprochen.

Angesichts der Schuldenprobleme in den USA und Europa sollten dem chinesischen Außenminister zufolge alle Länder ihre Zusammenarbeit verstärken, um die steigenden Risiken im Zaum zu halten. Die Schuldenkrise in den USA eskaliere, sagte Yang Jiechi. Von den USA, die sich unlängst nach zähem politischen Ringen auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze geeinigt hatten, forderte der Minister eine "verantwortungsvolle" Geldpolitik.

- APA

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