Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie sinkt trotz verbesserter Auftragslage weiter

Zahl der Arbeitsplätze in der Industrie sinkt trotz verbesserter Auftragslage weiter

Der Geschäftszuwachs in der heimischen Industrie ist so hoch wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Dennoch gehen weiterhin Jobs verloren. Grund ist die schwache Auftragslage der vergangenen Jahre. Bis sich der einsetzende Aufschwung positiv auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, wird wohl noch viel Zeit vergehen.

Wien. Die Zahl der Arbeitsplätze in der heimischen Industrie geht weiter zurück. Und das, obwohl die Branche zuletzt deutlich im Aufwind ist. Die Stimmung ist die beste seit zweieinhalb Jahren, die Auftragsbücher füllen sich. Das zeigt der am Donnerstag veröffentlichte Einkaufsmanagerindex der Bank Austria für den Monat November.

Der Indikator stieg um 1,5 auf 54,3 Punkte, was auf den stärksten Geschäftszuwachs in der Industrie seit zweieinhalb Jahren hinweise, schreibt Bank Austria Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer. Die Industrie habe auf eine stark steigende Nachfrage reagiert und die Produktion spürbar ausgeweitet. Das zeige sich auch in einem wachsenden Auftragspolster, längeren Lieferzeiten und steigenden Preisen. Da aber die Auslastung mit 83 Prozent deutlich unter dem langjährigen Schnitt liegt, kann die Produktionserhöhung mit dem vorhandenen Personal abgewickelt werden.

Bereits den fünften Monat in Folge wird in Österreich der Output erhöht, aktuell so stark, wie letztmals im Frühjahr 2011. Selbst eine verstärkte Ausnutzung der Produktionskapazitäten reichte im November nicht mehr aus, um die Nachfrage abzudecken. Die Auftragsbestände nahmen daher zu. Beim Einkauf kam es zu längeren Lieferzeiten und steigenden Preisen. Die Unternehmen konnten ihre steigenden Kosten "zumindest teilweise" auf die Verkaufspreise übertragen, schreibt Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl.

Jobabbau hält seit Mitte 2012 an

"Wermutstropfen bleibt leider vorerst der Verlust von Jobs“, meint Bruckbauer. Der Beschäftigungsindex der Umfrage vom November sank von 50,6 auf 48,8 Punkte und lag damit wieder unter der Neutralitätsgrenze von 50 Punkten. Mit Ausnahme zweier Monate gehen damit in der heimischen Industrie seit Mitte 2012 stets Jobs verloren. Insgesamt nahm in der österreichischen Sachgütererzeugung in diesem Zeitraum die Beschäftigung um rund 2.500 auf saisonbereinigt unter 583.000 ab. Das Tempo des Jobabbaus hat sich jedoch einzubremsen begonnen.

Österreichs Wirtschaft entwickelt sich gemessen am Einkaufsmanagerindex im November auch im internationalen Vergleich gut: Der Index der Eurozone lag bei 51,5 Punkten, in Deutschland bei 52,5 Punkten. Beide Werte sind im Monatsabstand gestiegen, der Aufwärtstrend hilft auch der österreichischen Exportwirtschaft.

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