Wirtschaftsuniversität Wien: Ab 1.Oktober beginnt eine neue Ära

Wirtschaftsuniversität Wien: Ab 1.Oktober beginnt eine neue Ära

Ab dem am 1. Oktober startenden Wintersemester werden die 23.000 Studenten und 1.500 Mitarbeiter der Wirtschaftsuniversität (WU) offiziell am neuen Campus zwischen Messe und Prater in Wien-Leopoldstadt ihre Plätze in den Hörsälen und Seminarräumen bzw. ihre Arbeitsplätze beziehen.

Beim neuen WU-Campus handelt es sich um den derzeit größten Universitätsneubau Europas und den größten Unibau Österreichs, die offizielle Eröffnung ist nach 45 Monaten Bauzeit für den 4. Oktober geplant.

Aber auch davor gibt es schon Betrieb am neuen Campus: Die Studienzulassung findet seit dieser Woche bereits am neuen Campus statt, und auch die Sommeruni (2. bis 28. September) geht bereits am neuen Standort über die Bühne. Nach und nach werden außerdem die einzelnen Einrichtungen übersiedeln. Das Wintersemester 2013/14 wird dann komplett am neuen Campus stattfinden - das gilt auch für die erste Prüfungswoche im Oktober.

Beim Umzug arbeiten 100 Spediteure, 50 IT-Tutoren, 50 WU-Beschäftigte, zehn Umzugsmanager plus acht Personen vom "Campusteam" mit. 42.000 Möbelelemente werden im neuen Campus eingerichtet, davon 2.100 Schreibtische. Übersiedelt werden etwa 22.000 Laufmeter an Büchern und Zeitschriften. Statt bisher 74 wird es am neuen Campus eine große und drei Spezialbibliotheken geben.

Auch ansonsten kommt es zu einer Konzentration: Statt vier Groß-und vier zusätzlich angemieteten Kleinstandorten in den Bezirken Alsergrund und Döbling umfasst der zwischen den U2-Stationen "Messe Prater" und "Krieau" angesiedelte und von Messe, Prater und dem neuen ViertelZwei bzw. der Trabrennbahn Krieau umgebene neue Campus auf einer Grundstücksfläche von 90.000 Quadratmetern sechs Gebäudekomplexe. Zu ihren Wurzeln kehrt die neue WU dafür bei der Adresse zurück: Die ehemalige Hochschule für Welthandel ist künftig am "Welthandelsplatz 1" beheimatet.

Statt sieben gibt es künftig fünf Großhörsäle, das neue Auditorium Maximum fasst 650 Personen (derzeit: 636). Umgekehrt wächst die Zahl der Seminarräume von 35 auf 53. Den Studenten stehen statt bisher 1.000 zum Teil am Gang gelegenen Arbeitsplätzen insgesamt 3.000 Arbeitsplätze zur Verfügung.

500 Millionen-Projekt

Herzstück des neuen Campus ist das von Zaha Hadid geplante Library and Learning Center. Neben diesem gibt es auf insgesamt 35.000 Quadratmetern bebauter Fläche weitere fünf Gebäudekomplexe sowie 55.000 Quadratmeter öffentlich zugänglicher Freifläche. Das Budget für den Neubau beträgt 492 Mio. Euro - exklusive Einrichtungs-, aber inklusive Grundstückskosten. Für Möbel und Medientechnik sind weitere 46 Mio. Euro budgetiert. Die Errichtung erfolgt über eine gemeinsame Gesellschaft von Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und WU (Projektgesellschaft Wirtschaftsuniversität Wien Neu GmbH). Nach der entsprechenden Kapitalisierungszeit wird die WU auch Hälfteeigentümerin des Campus.

Grund für den Umzug ist vor allem die Platznot an der WU: Schon bei der letzten Übersiedelung 1982 in das über dem Frachtenbahnhof des Franz-Josephs-Bahnhofs errichtete Universitätszentrum Althanstraße mussten kurz nach Fertigstellung Wohnungen im Umfeld angemietet werden, da der für 9.000 Personen konzipierte Neubau schon beim Einzug knapp 10.000 Personen fasste. Mittlerweile hat sich die Studentenzahl an der WU mehr als verdoppelt, auch der Personalstand ist seither stark angewachsen.

Der neue Campus ist auf 25.000 Studierende ausgelegt. Derzeit sind 23.000 Personen inskribiert, wovon allerdings nur die Hälfte prüfungsaktiv ist. An der neuen WU gibt es künftig insgesamt 3.500 bis 4.000 Räume, davon 1.000 Büros. In den 90 Hörsälen bzw. Seminarräumen stehen 5.000 Plätze zur Verfügung. Insgesamt können sich 10.000 bis 12.000 Personen gleichzeitig am Campus aufhalten.

Ein neues Stadtviertel ist entstanden

Der Bereich Prater, Messe, Krieau und Stadion gehört zu einem "Zielgebiet der Wiener Stadtentwicklung", wie es in der Sprache der Stadtplanung heißt. Und tatsächlich: So viel wie dort hat sich in den vergangenen Jahren in kaum einem anderen Stadtviertel getan. Dass dies überhaupt möglich war, liegt an der verbesserten Erschließung. 2008 wurde die U-Bahn-Linie U2 bis zum Stadion (und später bis in die Donaustadt) verlängert.

Der neue Glanz zeigt sich bereits beim "Entree" zum Zielgebiet, dem Bahnhof Praterstern. Der hat seinen einst herben Charme nach dem Umbau verloren und präsentiert sich inzwischen als moderne Zugstation. Wobei manches aber auch noch an frühere Verhältnisse erinnert: Obdachlose und Gruppen von Alkoholikern sind rund um den Platz weiterhin präsent.

Apropos Entree: Neu gestaltet wurde auch der benachbarte Riesenradplatz, im Gegensatz zum Praterstern aber nicht modern. Finanzierung und Ästhetik des Bauwerks waren und sind höchst umstritten. Einige dort ansässigen Unternehmen - etwa ein Restaurant, eine Großraumdisco und auch ein Wachsfigurenkabinett - sind mit dem Standort dem Vernehmen nach aber zufrieden. Für andere lief es weniger gut, ein Pächter ist inzwischen Pleite.

Eines der bis dato größten Projekt im Praterviertel war der Neubau des Wiener Messe- und Kongresszentrums, inklusive eines fast 100 Meter hohen Büroturms mit imposanter Spitze. Errichtet wurde das Messezentrum nach Plänen des Architekten Gustav Peichl. Das Areal verfügt über eine Nutzfläche von rund 70.000 Quadratmeter. Der neue Campus der Wirtschaftsuniversität (WU) liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Messehallen, im - von der U-Bahn aus gesehen - hinteren Teil, direkt an der Südportalstraße.

Ebenfalls im Entstehen begriffen ist das Projekt "Messecarree Nord", das auf der anderen Seite des Zentrums, also an der Ausstellungsstraße bzw. Vorgartenstraße, errichtet wird. Geplant sind dort unter anderem Gewerbeflächen und Lokale.

Unmittelbar anschließend erstreckt sich die Skyline des "Viertel Zwei". Besonders prominent ist die OMV in diesem Büroimmobilienensemble vertreten. Der Öl- und Gaskonzern hat dort gleich zwei Gebäude bezogen, konkret die Häuser "Hoch Zwei" und "Plus Zwei". In der neuen OMV-Zentrale wurden 2009 die bisherigen vier Wiener Konzernstandorte vereint.

Nicht wirklich neu sind die Trabrennbahn Krieau und das Happel-Stadion, wobei das Umfeld der Großarena für die Euro 2008 neu gestaltet wurde. Beim Stadion kann man auch in einem Einkaufszentrum shoppen - das aufgrund der Lage auch "Stadioncenter" genannt wurde. In dem Bereich wird übrigens auch das neue Trainings- und Wettkampfzentrum für Leichtathletik entstehen. Die Krieau präsentiert sich hingegen seit einiger Zeit als Konzert-Location. Zuletzt war dort etwa Robbie Williams zu Gast.

Nicht so wirklich geplant war die Stärkung eines anderen Gewerbes: Seit in Wien der Straßenstrich aus den Wohngebieten verbannt wurde, hat sich die Prostitution großteils in den Prater (vor allem den Bereich Perspektivstraße/Messestraße, Anm.) verlagert. Nach Protesten wurde dort zumindest eine zeitliche Einschränkung auf die Nachtstunden fixiert. Demnächst könnte das Areal überhaupt in ein Wohngebiet umgewidmet werden, was dort zu einem Verbot der Straßenprostitution führen würde.

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