Wirtschaft in Österreich stagniert

Wirtschaft in Österreich stagniert

Wie schon bei der Erstschätzung Mitte Mai angenommen bewegte sich der BIP-Zuwachs im Quartalsabstand auf der Nulllinie.

Das letzte nennenswerte Quartalsplus gab es Anfang 2012 mit 0,5 Prozent, seither pendelte es real jeweils zwischen -0,1 und +0,1 Prozent und betrug zuletzt Null.

Den realen BIP-Rückgang im Jahresabstand hat das Wifo jetzt mit einem noch stärkeren Minus von -0,7 Prozent neu berechnet, in der ersten Schätzung ging das Institut noch von -0,6 Prozent aus. Allerdings hatte die Wirtschaft davor, im Schlussquartal 2012, noch um 0,7 Prozent im Jahresabstand zugelegt. Nominell stieg das BIP heuer im Erstquartal um 1,8 Prozent gegenüber vorigem Jahr, Ende 2012 waren es nominell sogar +4,2 Prozent gewesen.

Wifo bleibt pessimistisch

Die Konjunkturflaute in Österreich dürfte in den nächsten Monaten anhalten. Diese wenig erfreuliche Entwicklung lässt der aktuelle Wifo-Konjunkturtest erwarten, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut am Montag in einer Aussendung weiter erklärte.

Weder vom Exportsektor noch von der Inlandsnachfrage seien zum Jahresauftakt nennenswerte Impulse gekommen, begründete das Wifo am Montag im BIP-Bericht für das erste Vierteljahr 2013 die bereits vierte Stagnation der heimischen Wirtschaft in Folge. Konjunkturdämpfend habe in Österreich im Zeitraum Jänner bis März vor allem die Schwäche der Transportwirtschaft und der Warenproduktion gewirkt.

Von der anhaltenden Rezession in vielen europäischen Ländern - darunter wichtigen Absatzmärkten Österreichs - würden negative Impulse ausgehen. Im Euro-Raum hält laut Wifo die Rezession weiter an - ausgehend von Ländern an der Peripherie wie Spanien, Italien, Portugal, Griechenland und Zypern.

Weltweit bleibt die Konjunktur den Experten zufolge "sehr unterschiedlich" und "fragmentiert". In Japan etwa sehen sie die Wirtschaft derzeit am deutlichsten anziehen - jedoch nur dank massiver geld- und fiskalpolitischer Maßnahmen, um die Konjunktur zu beleben und die Deflation zu überwinden. In den USA halte die Erholung an, obgleich dem Rückgang der Arbeitslosigkeit eine Abnahme der Erwerbsquote gegenüberstehe. Nicht zuletzt die gezielten Maßnahmen der Zentralbank erlaubten dort eine Kreditausweitung und eine Erholung des Immobilienmarktes und begünstigten die Bautätigkeit.

"Prognosen für 2013 nicht haltbar"

Österreichs Wirtschaft wird heuer im Gesamtjahr real höchstens ein halbes Prozent wachsen können, nimmt derweil EcoAustria-Leiter Ulrich Schuh an. Deshalb seien die letzten Prognosen von Wifo und IHS von März, die noch von 1,0 bzw. 0,8 Prozent BIP-Anstieg für 2013 ausgegangen sind, nicht mehr haltbar und müssten sicherlich nach unten revidiert werden, sagte Schuh am Montag im Gespräch mit der APA. Die nächsten Prognosen der Institute sind für 27. Juni angekündigt.

"Ein halbes Prozent Wachstum scheint der Plafonds für heuer zu sein", und es sei schon eine kräftige Erholung im zweiten Halbjahr nötig, "um für das Gesamtjahr überhaupt in diese Richtung zu kommen", so der Experte. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) habe diese gedämpfte Erwartung mit der Senkung ihrer Wachstumsprognose auf 0,3 Prozent für heuer ja am Freitag bereits vorweggenommen. Es seien einfach noch die Nachwehen der Schuldenkrise in der Konjunktur sichtbar, und der erhoffte Aufschwung lasse daher länger auf sich warten, meinte Schuh.

Besser sehe es - rein mathematisch betrachtet - dann für das Jahr 2014 aus. Durch einen statistischen Überhang aufgrund des schwächeren heurigen Jahres gäbe es 2014 selbst bei einem Nullwachstum den Ausweis eines Plus von 0,7 Prozent. Daher könnten dann kommendes Jahr tatsächlich rund eineinhalb Prozent Wachstum drin sein, aber der große Aufschwung sei momentan nicht absehbar. Wifo und Institut für Höhere Studien (IHS) sind im März für 2014 von 1,8 Prozent realem BIP-Plus ausgegangen.

Für die nächste Zeit sieht der wissenschaftliche Leiter von EcoAustria eher eine "Stop-and-Go"-Entwicklung mit kurzen kräftigen Aufschwungphasen, die aber immer wieder jäh unterbrochen werden. "Weiterhin werden einander Hoffnung bzw. Euphorie und Ernüchterung ablösen", so der Befund von Schuh.

Auch im jetzt laufenden zweiten Vierteljahr sei durchaus eine weitere Stagnation des heimischen BIP im Quartalsabstand möglich, sagte Wifo-Experte Stefan Schiman am Montag im Gespräch mit der APA. Das wäre dann bereits das fünfte Nullwachstums im Quartalsabstand in Folge. Für das zweite Halbjahr sei dann aber bereits mit einer mäßigen Zunahme der Konjunktur zu rechnen.

Auf eine mäßige Erholung im zweiten Semester deute die Verbesserung des Wifo-Frühindikators zum Jahreswechsel hin, aber auch die Tatsache, dass der Waren-Außenhandel heuer im ersten Quartal doch bessere Zahlen geliefert habe als im letzten Vierteljahr 2012, so Schiman.

Insgesamt würden aber sowohl die Inlands- und die Auslandsnachfrage keine Impulse liefern, bei beiden Komponenten sei Potenzial gegeben. Am ehesten auslösen könnten einen Konjunkturaufschwung in Österreich - auch wenn der nur verhalten ausfallen werde - Impulse aus der Auslandsnachfrage, nimmt der Wifo-Experte an.

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