Wifo und IHS zerlegen das "Konjunkturpaket" der Regierung

Wifo und IHS zerlegen das "Konjunkturpaket" der Regierung

Für IHS-Chef Christian Keuschnigg verdienen die Maßnahmen den Namen neuen Wirtschaftsprognosen der Institute.

Denn 2014 solle das heimisch BIP ohnedies real um 1,8 Prozent wachsen, laut Wifo um 1,6 Prozent. "Das ist ein kleines Paket - gut dass es nicht größer ist, weil es auch nicht nötig ist", lautet die Quintessenz für Wifo-Leiter Karl Aiginger. Nicht alles was darin enthalten sei, sei neu - und nicht überall stehe dabei, wie es zu finanzieren sei. Von den konjunkturellen Auswirkungen auf das BIP-Wachstum erwartet sich Aiginger für 2013 eine Größenordnung von "Null" und für 2014 allenfalls "0,1 oder 0,2".

Keuschnigg stößt sich daran, dass mit dem Paket womöglich ein "übergeordnetes Ziel" aus den Augen verloren werde, nämlich die Staatsverschuldung, die man ja nach unten bringen wolle: "Man muss seltener (die Wirtschaft, Anm.) stimulieren und öfter sparen. Das ist offenbar noch nicht angekommen." Im übrigen sei das ja kein Konjunkturpaket, sondern die Regierung setze mit Wohnbau, Kindern, Pflege und Familie neue Ausgabenprioritäten.

Wirklich nötig sei das Paket jetzt nicht: "Wir sehen die österreichische Wirtschaft in einer grundsätzlich guten Verfassung, auch wenn es jetzt gilt, eine Durststrecke zu Ende zu bringen", so der IHS-Chef. Auch Wifo-Leiter Aiginger geht davon aus, dass sich der Aufschwung lediglich "verschoben" hat, also nur etwas länger auf sich warten lässt.

Vier Quartale lang, seit dem 2. Vierteljahr 2012 bis Anfang 2013, habe sich die heimische Konjunktur "seitwärts" entwickelt. Damit sei das "Konjunkturtal" breiter geworden als erwartet, aber diese Periode sei jetzt hoffentlich zu Ende, meinte Aiginger. Er erwartet für das 2. Quartal bereits wieder ein leichtes Wachstum und dann im 3. Quartal ein etwas stärkeres; die Wifo-Schnellschätzung zum Zweitquartals-BIP kommt am 14. August. Aufgrund des Wachstums im 2. Halbjahr soll im Gesamtjahr 2013 laut Wifo ein reales BIP-Plus von 0,4 Prozent drinnen sein (laut IHS 0,6 Prozent), nach 0,8 Prozent Realwachstum im Vorjahr.

Das 12. Jahr in Folge bereits wächst die heimische Wirtschaft 2013 kräftiger als jene des Euroraums, betonte der Wifo-Chef. Dieser "Österreich-Bonus" mache heuer rund ein Prozent aus: Während die Eurozone voraussichtlich um 0,7 Prozent schrumpfen werde (die EU-28 nur um 0,3 Prozent), soll das heimische BIP ja um 0,4 Prozent expandieren.

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