Wienerberger-CEO Heimo Scheuch: "Wohnbau leistbarer machen!"

Wienerberger-CEO Heimo Scheuch: "Wohnbau leistbarer machen!"

Wienerberger-Chef Heimo Scheuch im Interview mit FORMAT-Redakteurin Miriam Koch über Anreize, die die Politik in Österreich setzen könnte, um die Wohnkosten deutlich zu senken.

Format: Passiert aus Ihrer Sicht genug, um Wohnen in Österreich wieder billiger zu machen?

Scheuch: Gerade in dem sensiblen Bereich des Wohnungsneubaus in Österreich ist meines Erachtens noch nicht der Impuls gekommen, den man brauchen würde, um eine gewisse Entspannung herbeizuführen und die Leistbarkeit des Wohnens wieder herzustellen. Hier muss man noch einiges tun, um das Errichten von Wohnungen oder Häusern leistbarer zu machen.

Was könnte man denn tun, damit es leistbarer wird?

Wichtig wäre die Entrümpelungen der Bauordnungen, um das Bauen an sich günstiger zu machen. In der Sanierung könnte ein wesentlicher Beitrag dadurch geleistet werden, dass man die Mehrwertsteuersätze auf Sanierungstätigkeiten, also auf Baumaterialien und Ausführung, senken könnte. Gute Beispiele dafür liegen in der EU vor. Frankreich, die Niederlande und Belgien haben das gemacht - mit sehr guten Erfolgen.

Im Wahljahr wurde ja viel versprochen.

Es wurde viel verkündet, aber man sieht wenig Impulse. Der Wohnungsneubau ist 2013 zurückgegangen. Würde man entsprechende Maßnahmen setzen, könnte das auch die österreichische Wirtschaft stimulieren. Wir alle wissen, wenn man im Wohnbau investiert, führt das zu einem gesunden Wirtschaftswachstum, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zu leistbareren Wohnräumen.

Was würden Sie am System des sozialen Wohnbaus ändern?

Die Wohnbauförderung ist ein wesentlicher Aspekt für den sozialen Wohnbau. Wir haben heute ein Riesenthema: Es geht nicht nur allein darum, wie viel der Quadratmeter in der Errichtung kostet, sondern auch wie hoch die Betriebskosten in der Zukunft sind für die Leute, die das bewohnen. Wir müssen aufpassen, dass wir in diesem Bereich die Wohnungen nicht zu komplex machen. Es gibt schon sehr viele Analysen von diesen Passivhaus-Siedlungen, wo die Leute mehr Energie aufwenden als sie früher in "normalen“ Wohnungen verbraucht haben.

Wie kommt das?

Das Konzept des Passivhauses entspricht leider in der Realität nicht den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen die darin leben: Wir wollen Fenster jederzeit öffnen können und ungehindert aus- und eingehen, wir fühlen uns nicht alle bei denselben Temperaturen wohl, komplexe Haustechnik ist nicht jedermanns Sache. Weil das Mieterverhalten so ist, dass die Bewohner mit den Passivhäusern nicht umgehen können.

Was halten Sie vom Handwerker-Bonus, auf den sich die Regierung geeinigt hat?

Den sehe ich etwas kritisch. Hier wird ein sehr hoher Verwaltungsaufwand geschaffen und ich bin nicht sicher, ob die gewünschten Effekte überhaupt eintreten. Ich hätte es gescheiter gefunden, die Mehrwertsteuer eben für Sanierungen oder Bautätigkeiten zu senken. Das hätte allen geholfen.

Bild: Wienerberger-Chef Heimo Scheuch hätte verschiedene Ansätze, die
zu niedrigeren Wohnausgaben führen würden.

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