Wiener Stadthalle verspekuliert Millionen

Wiener Stadthalle verspekuliert Millionen

Derivatgeschäfte, welche wegen der Errichtung der Halle F eingegangen wurden, drückten schwer auf das Ergebnis der Wiener Stadthalle. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "" in seiner aktuellen Ausgabe.

"Man kann das nicht so sehen, man muss den gesamten Horizont bis 2030 betrachten", sagte eine Sprecherin der Stadthalle zur "Kronen Zeitung".

Auf APA-Anfrage kündigte die Stadthalle eine ausführlichere Stellungnahme für morgen, Montag, an. Bereits im September 2011 hatte das Derivateportfolio der Stadthalle für Aufregung gesorgt.

Für zwei mit der Erste Bank abgeschlossene Zinsderivate musste die Stadthalle - als Teil der Wien Holding eine 100-Prozent-Tochter der Stadt - Rückstellungen in Höhe von gesamt 3,9 Mio. Euro bilden. Ein mit der Unicredit Bank Austria abgeschlossenes Optionsgeschäft lag laut "profil" zum Bewertungsstichtag mit 3,6 Mio. Euro im Minus. Laut Jahresabschluss 2012 beläuft sich der Bilanzverlust der Stadthalle auf 6,5 Mio. Euro. Ohne Zuschuss der Wien Holding von 8,3 Mio. Euro, hätte sich der Fehlbetrag auf 14,8 Mio. Euro belaufen, berichtet das Magazin.

Außerdem hat die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung ermittelt. Ein Vorhabensbericht (also Anklage, Diversion oder Einstellung des Verfahrens, Anm.) soll demnächst ergehen, hieß es seitens der Behörde gegenüber "profil".

Scharfe Kritik an der Geschäftsführung übten die Oppositionsparteien: Der Vorstand müsse die Konsequenzen ziehen und zurückzutreten, forderte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in einer Aussendung. Die ÖVP wünscht sich deutlich mehr Transparenz: "Wir fordern die zuständige Finanzstadträtin daher auf, alle Spekulationsgeschäfte im ausgelagerten Bereich der Stadt Wien umgehend offenzulegen", so der Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka.

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