Wien: Grüne Radwege erzürnen Frau Stenzel

Wien: Grüne Radwege erzürnen Frau Stenzel

Die beiden grünen Radweg-Abschnitte – 20 und 30 Meter lang – befinden sich am Gürtel-Radweg vor dem Westbahnhof. Der eher im Pastellton gehaltene grüne Belag wurde in der Nacht auf Donnerstag aufgebracht.

Die Einfärbung des dritten, 40 Meter langen Testbereichs am Burgring erfolgt erst nächste Woche, so ein Vassilakou-Sprecher auf APA-Anfrage.

Die grüne Ressortchefin will bekanntlich in den kommenden Jahren sämtliche Radwege der Bundeshauptstadt einfärben - und zwar bevorzugterweise in Grün. Dadurch wären Bike-Strecken besser sichtbar, was Gefahren bzw. Konflikte zwischen Autofahrern, Fußgängern und Radlern vermeiden und die Orientierung erleichtern würde, so das Hauptargument.

Bevor die umstrittene Maßnahme schrittweise umgesetzt wird, soll die Wirkung des neuen Belags einmal bis Juni an den genannten drei Abschnitten getestet werden. Nach Vorliegen der Ergebnisse wird dann über das weitere Vorgehen entschieden. Die Verkehrsstadträtin hatte erst gestern, Mittwoch, betont, sie gehe davon aus, dass sich der Testlauf bewähren werde. Über die endgültige Farbe signalisierte sie jedoch noch Gesprächsbereitschaft.

Nicht nur die Tatsache, dass Vassilakou ausgerechnet Grün als Farbton favorisiert, hatte zuletzt für Spott und Empörung bei ÖVP und FPÖ, aber auch beim ARBÖ gesorgt. Die Bepinselung sei Geldverschwendung und bringe in Sachen Verkehrssicherheit gar nichts, so der Tenor. Doch auch der Koalitionspartner SPÖ hatte sich äußerst skeptisch gezeigt. Die Radlobby begrüßt hingegen die farbenfrohen Pläne.

Stenzel tobt

Anlässlich der im Auftrag von Vassilakou ersten, testweise grün eingefärbten Radwegabschnitte hat sich auch Wiens City-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel zu Wort gemeldet. Sie ließ im APA-Gespräch keinen Zweifel an ihrer Ablehnung der Maßnahme: "Das ist eine Frechheit." Die Grünen würden hier Steuergelder für eine Parteiwerbeaktion im Wahljahr ausgeben. "Das ist nicht zu tolerieren", unterstrich Stenzel.

Die Farbe Grün sei international keinesfalls üblich, um Radwege zu sichern, argumentierte die Bezirkschefin der Inneren Stadt. "Man merkt die Absicht und ist verstimmt", ärgerte sich Stenzel. Es gebe außerdem wichtigere Stadtthemen als die "Umfärbung" von Bike-Anlagen. Es sei ja überhaupt widersprüchlich, einerseits die Radwege für teures Geld einfärben zu wollen und gleichzeitig für die Aufhebung der Radwegebenützungspflicht zu sein, zeigte sich die schwarze Vorsteherin irritiert.

"Die Grünen neigen bei der Verkehrspolitik zu Laborversuchen", wie sich auch am Beispiel Mariahilfer Straße zeige, analysierte sie. Was die Farbgebung für Radwege betrifft, "will ich auch kein Blau oder Schwarz haben". Jedwede derartige Maßnahme sei unnötig.

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