Wien Energie vermeldet Absatzminus

Wien Energie vermeldet Absatzminus

Wegen der wärmeren Witterung gingen Erzeugung und Verkauf von Energie zurück.

Die Wien Energie GmbH hat im ersten Halbjahr 2011/12 weniger Energie erzeugt und verkauft als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Energieabsatz ging vor allem wegen der vergleichsweise wärmeren Witterung um 4,1 Prozent auf 15,8 Terawattstunden (TWh) zurück. Bei der Erzeugung gab es angesichts des ungünstigen energiewirtschaftlichen Umfelds mit niedrigen Strom- und hohen Gaspreisen ein Minus von 11,9 Prozent auf 8,4 TWh, erklärten die beiden Geschäftsführer Susanna Zapreva und Robert Grüneis.

Die Preise bleiben bei der Wien Energie GmbH vorerst stabil. Man schaue sich die Entwicklung am Energiemarkt an, so Grüneis. Die Wien Energie GmbH ist seit der Neustrukturierung für die dem Wettbewerb ausgesetzten Bereiche Vertrieb und Erzeugung verantwortlich. Für den - regulierten - Netzbereich sind die Wien Energie Stromnetz und die Wien Energie Gasnetz zuständig.

Die Stromrechnung für einen Haushaltskunden in Österreich setzt sich in etwa zu je einem Drittel aus drei Komponenten zusammen: Dem reinen Energiepreis - nur hier ist Wettbewerb möglich -, den Netzkosten sowie Steuern und Abgaben. Die Netzpreise könnten nach Ansicht von Zapreva und Grüneis aber steigen. Es gebe sowohl bei Strom als auch bei Gas einen durchaus stärkeren Wettbewerb, der Absatzrückgang sei auch auf den Wechsel zurückzuführen.

Strom wird für Wien-Energie-Kunden ab 1. Juli billiger: Die EnergieAllianz (Bewag, EVN, Wien Energie) hat wie berichtet angekündigt, die Vorteile aus dem neuen Ökostromsystem weiterzugeben. Eine Ökostrom-bedingte Senkung hatte es bereits zu Jahresbeginn gegeben. Ein durchschnittlicher Wiener Haushaltskunde mit einem jährlichen Stromverbrauch von 2.500 Kilowattstunden (kWh) erspare sich durch die beiden Preissenkungen heuer rund 20 Euro, so die Wien Energie.

Der Stromabsatz der Wien Energie ging im ersten Halbjahr 2011/12 um 0,6 Prozent auf 4.975 Gigawattstunden (GWh) zurück. Beim Gas betrug das Minus 7,5 Prozent auf 6.561 GWh. Der Fernwärmeabsatz sank um 2,6 Prozent auf 4.319 GWh. Die Temperaturen lagen im Zeitraum Oktober 2011 bis März 2012 zwar im langjährigen Trend, im Vergleich zum Vorjahr war es aber um 5,6 Prozent wärmer.

Die Stromerzeugung, die bei der Wien Energie derzeit noch zu 90 Prozent aus Gas kommt, sank im ersten Halbjahr um 19,8 Prozent auf 4.090 GWh. Die Wärmeproduktion, die zu rund 70 Prozent mit Gas erfolgt, ging um 2,8 Prozent auf 4.286 GWh zurück. Bis 2030 sollen sowohl bei Strom und Wärme 50 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen. Die Situation für die thermische Erzeugung sei schwierig, so Zapreva. Die Erdgaspreise folgen mit einer zeitlichen Verzögerung von drei bis sechs Monaten dem Ölpreis. Der durchschnittliche Preis für Importgas sei um 12,5 Prozent auf 2,87 Cent/kWh gestiegen, der Strompreis befinde sich nach wie vor im Abwärtstrend. Die Wien-Energie-Geschäftsführer erwarten ein Anhalten der schwierigen Rahmenbedingungen.

Dies wirkt sich auch auf den Gewinn aus. Das Ergebnis (EGT, Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) des Vorjahres von 82,3 Mio. Euro werde man voraussichtlich nicht erreichen können, so Grüneis. Im ersten Halbjahr lag das EGT bei 85,3 Mio. Euro, das zweite Halbjahr ist aber traditionell eher schwächer. Es würden alle Ebenen durchforstet, damit man sich die Investitionen auch leisten kann. Abgeschlossen werden soll dieser Prozess bis Herbst. Erfolgreich laufende Windparks im Ausland werde man nicht verkaufen. Bei der Projektentwicklung liege der Fokus auf Österreich, so Zapreva.

Die Wien Energie erzielte im ersten Halbjahr 2011/12 einen Konzern-Umsatz von 1,3 Mrd. Euro. Vorjahres-Vergleichszahlen gibt es wegen der Umstrukturierung nicht. Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf 91,2 Mio. Euro. EGT und Jahresüberschuss betrugen 85,3 Mio. Euro. Der Verschuldungsgrad (Gearing) lag bei 116,6 Prozent. Investiert wurden 84,6 Mio. Euro. Beschäftigt waren in der Wien Energie GmbH durchschnittlich 2.771 Mitarbeiter.

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