Was Werner Faymann im Internet treibt

Was Werner Faymann im Internet treibt

Der Bundeskanzler hat gewisse Schwierigkeiten, mit seinen Social Media-Auftritten zu zählbaren Ergebnissen zu kommen. Ein Internet-Hit ist Faymann nur in kabarettistischer Hinsicht.

Sollen sich Politiker, zumal Regierungschefs, um Social Media kümmern? Oder müssen sie es sogar? Die Internet-Gemeinde scheint jedenfalls dieser Meinung zu sein. Daher ist heute auch die Aufregung in dieser Zielgruppe recht groß: Auf des Kanzlers Twitter-Account @teamkanzler wurde genau heute vor einem Jahr zum letzten Mal etwas der erregten Internet-Öffentlichkeit mitgeteilt, wie die „Presse“ vor kurzem berichtete. Der letzte Tweet vom 22. November 2011 verwies übrigens auf ein Video des Bundeskanzlers zur Schuldenbremse – folgt man heute diesem Link, gelangt man auf eine andere Plattform, auf der sich Herr Faymann mehr oder weniger gekonnt darstellt: Auf Facebook kommt der SPÖ-Chef immerhin auf 6.945 mal „Gefällt mir“ und auf 402 mal „sprechen darüber“.

SPÖ-intern soll das Thema Internet unter anderem Laura Rudas zugeteilt sein. Die Bundesgeschäftsführerin hat auf ihrer eigenen, optisch aufgemotzten Facebook-Seite schon fast soviele „Follower“ wie ihr Chef, nämlich knapp 6500. Und sie verfügt natürlich auch über eine eigene Website: Unter laurarudas.at geht es im Moment etwa um die Themen Wehrpflicht und tägliche Turnstunde. Die Websites der SPÖ-Politiker sind übrigens nach Schema F gestrickt – Werner Faymanns Site sieht nicht viel anders aus, auch die Darstellung des zweiten Bundesgeschäftsführers Günther Kräuter passt ganz zur Parteilinie. Die SPÖ insgesamt ist natürlich auch auf Twitter vertreten und kommt dort auf 2183 Follower. Auf Google+ ist der Kanzler selbst übrigens gar nicht vertreten.

Laut Medienberichten beschäftigt der Kanzler ein Team von drei bis vier Leuten, das sich um Social Media kümmert. Da könnte es angesichts der recht – um es höflich zu sagen – oberflächlichen Beschäftigung mit Facebook, Twitter & Co. ein gewisses Missverhältnis zwischen Aufwand und Ergebnis geben. Allerdings kann niemand wirklich glauben, dass sich drei Personen hauptberuflich um ein paar Facebook-Einträge kümmern - wie das etwa auf Twitter verbreitet wird. Diese Kanzlermitarbeiter haben mit Sicherheit auch andere Aufgaben.

Aber Werner Faymann kann noch mehr im Internet als böswillige Betrachter auf den ersten Blick vermuten würden: Er hat zum Beispiel einen eigenen YouTube-Kanal , der allerdings mit genau 101 Abonennten eine eher überschaubare Fangemeinde hat. Das „jüngste“ Video stammt aus dem Juli 2009 und berichtet über einen Besuch in Liezen. Ein zweiter YouTube-Kanal des Regierungschefs ist nicht viel erfolgreicher: 81 Abonnenten konnten sich bisher für den Kanal „bundeskanzlerfaymann“ begeistern. Ein Video zeigt die gemeinsame Pressekonferenz mit Herman Van Rompuy:

Zahl der Aufrufe bisher: 50. Ein Hit ist Werner Faymann dennoch auf YouTube- wenn auch in Form eines Videos der Bearbeitung seiner Urlaubserlebnisse durch die Kabarett-Gruppe „maschek“:

Aufregung um den Facebook-Auftritt von Werner Faymann hatte es schon vor rund einem Jahr gegeben: Es war der Gerücht aufgekommen, bestimmte Einträge von “Fans” seien gekauft worden. Anlass genug, dass sich Maschek dem Thema widmeten:

Auch der kabarettistische Twitter-Account @WernerFailmann hat schon mehr als 8700 Follower – allerdings ist der letzte Tweet bereits schon rund ein Monat alt. Und noch etwas Kabarettistisches: Stermann & Grissemann haben sich vor rund einem Jahr dem Thema „Faymann auf Facebook“ gewidmet:

Fazit: Die Aufregung um "drei bis vier Mitarbeiter", die sich "hauptamtlich" um die Faymannn-Auftritte kümmern, ist schwer übertrieben. Doch es stellt sich die Frage, ob man anno 2012 solche Kanäle vernachlässigen kann - gerade wenn man jüngere Zielgruppe ansprechen will.

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