Was wäre Spar ohne seine Eigenmarken?

Was wäre Spar ohne seine Eigenmarken?

Die Spar-Gruppe hat im Vorjahr ihren Umsatzu um 3,5 Prozent gesteigert, auch die Auslandstöchter liefern gute Ergebnisse ab. Der Anteil der Eigenmarken wie "S-Budget" wurde erhöht und wird voraussichtlich weiter steigen.

Spar-Chef Gerhard Drexel erwartet bei den Lebensmittelpreisen im laufenden Jahr eine "moderate Entwicklung". Für die Konsumenten werde es wahrscheinlich "keine überproportionale Erhöhungswelle" geben, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA. Mit der Umsatzentwicklung bei Spar im vergangenen Jahr zeigte sich Drexel "sehr zufrieden". In Österreich steigerte der Lebensmittelhändler seine Umsätze 2012 um 3,8 Prozent auf 5,56 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich laut Statistik Austria im Gesamtjahr 2012 im Schnitt um 3,3 Prozent und damit deutlich stärker als der gesamte Verbraucherpreisindex (VPI) mit 2,4 Prozent.

Gruppenumsatz erhöht

Die gesamte Spar-Gruppe - dazu zählt das Geschäft im In- und Ausland, der Sporthändler Hervis sowie die SES Spar European Shopping Center - erhöhte 2012 ihren Umsatz im Vergleich zum Jahr davor um 3,5 Prozent auf 12,58 Milliarden Euro. Den einzigen Umsatzrückgang in der Gruppe verzeichnete Hervis mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 440 Millionen Euro. Wechselkursbereinigt seien die Erlöse nur um 0,2 Prozent zurückgegangen, erläuterte der Spar-Chef. In Österreich habe Hervis ein Umsatzplus erwirtschaftet, in Ungarn, Slowenien und Kroatien sei die Marktlage aber "weiterhin sehr schwierig".

Gute Ergebnisse im Ausland

Trotz schwacher Wirtschaftsentwicklung hätten auch die Spar-Auslandstöchter ein "bemerkenswertes Ergebnis" geliefert, betonte Drexel. In Italien setzte Spar im vergangenen Jahr rund 1,85 Milliarden Euro (+3,8 Prozent) um, in Ungarn 1,46 Milliarden Euro (+4,4 Prozent), in Slowenien 720 Millionen Euro (+1,0 Prozent), in Tschechien 560 Millionen Euro (+1,7 Prozent) und in Kroatien 290 Millionen Euro (+9,4 Prozent).

Krisensteuer

Seit 2010 musste Spar in Ungarn jährlich eine "Krisensteuer" von rund 25 Millionen Euro bezahlen. Die Steuer war auf drei Jahre ausgelegt und machte rund zwei Prozent des Umsatzes aus. "Wir rechnen nicht damit, dass es einen Ersatz für die Steuer geben wird", zeigte sich der Spar-Chef zuversichtlich. In Italien will Spar künftig in der Region Emilia Romagna (u.a. Bologna) expandieren. Im vergangenen Jahr wurde dafür die Lizenz erworben. Laut dem Spar-Chef gibt es für 2013/14 schon einige Projekte in der Pipeline. Insgesamt betreibt die Spar-Österreich-Gruppe in Südtirol/Trentino, Friaul-Julisch-Venetien und Venetien 530 "Despar" und "Eurospar"-Filialen sowie 30 "Interspar"-Standorte und ist damit nach eigenen Angaben Marktführer im Nordosten Italiens.

Investitionen geplant

Im laufenden Jahr will Spar rund 450 Millionen Euro investieren, unter anderem in den Ausbau der "Spar express"-Tankstellenshops und in die Auslandsexpansion. Im vergangenen Jahr wurde bereits die Anzahl der Spar-Tankstellenshops auf 67 mehr als verdoppelt. Insgesamt erhöhte sich in Österreich die Anzahl der Spar-Standorte um 55 Filialen auf 1.586, darunter die Hochfrequenzlagen am Salzburger Hauptbahnhof, am Bahnhof Wien Mitte und am Flughafen Wien-Schwechat.

Eigenmarken werden stärker

Positive Nachrichten vermeldete Drexel für die Spar-Eigenmarken. Der Umsatzanteil der Hausmarken wie "S-Budget", "Veggie", "Spar Natur pur" oder "Spar Premium" erhöhte sich im vergangenen Jahr in Österreich um zwei Prozentpunkte auf 37 Prozent. Neu eingeführt wurden 2012 neben "Veggie" die Convenience-Linie "Spar enjoy" sowie bei Tiernahrung "Scotty Premium" für Hunde und "Molly Premium" für Katzen. 2007 hatten die Eigenmarken nur 25 Prozent der Erlöse ausgemacht. Die firmeneigene Bio-Linie hat mittlerweile 700 Produkte, "S-Budget (450 Produkte) und "Spar Premium" (220 Produkte). Ob jemals mehr als die Hälfte der Umsätze mit eigenen Firmenlabels erzielt werden, darüber wollte der Spar-Chef nicht spekulieren. "Die Grenze setzten die Kunden."

Vorwurf der Preisabsprachen wird zurückgewiesen

Nach den Hausdurchsuchungen der Wettbewerbshüter bei der Handelskette Spar, hat Firmenchef Gerhard Drexel den Vorwurf der Preisabsprachen zurückgewiesen. "Ich gehe davon aus, dass nichts Negatives herauskommt", sagte Drexel. Die Einkäufer von Spar seien seit Jahren von einem Kartellanwalt "bestens geschult" und würden sich auch jährlich in dieser Thematik weiterbilden. Man habe auch eine Broschüre zum Wettbewerbsrecht für die Mitarbeiter erarbeitet, was erlaubt und nicht erlaubt sei, und wo es Graubereiche gebe, erläuterte der Spar-Chef.

Acht Tage hatte der Lebensmittelhändler die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) Anfang Februar wegen vermuteter Preisabsprachen im Haus. Damit dauerte die Razzia gleich lange wie im Vorjahr beim Konkurrenten Rewe (Billa, Merkur usw.). Indirektes Lob vom Spar-Chef gab es für die Arbeitsweise der BWB. Die Hausdurchsuchungen am Firmensitz in Salzburg seien "ohne negative Emotionen unaufgeregt abgewickelt" worden, ohne den Geschäftsbetrieb zu stören.Die kürzlich verhängte Millionen-Kartellstrafe für die größte heimische Molkerei Berglandmilch ("Lattella", "Schärdinger", "Tirol Milch") wegen jahrelanger vertikaler Preisabsprachen mit Lebensmittelhändlern, wollte der Spar-Chef nicht näher kommentieren: "Ich weiß nicht, was da überprüft wurde."

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