Vermögen von Ex-Diktator Milosevic bei Kärntner Hypo aufgetaucht

Vermögen von Ex-Diktator Milosevic bei Kärntner Hypo aufgetaucht

Insgesamt 18 Milliarden Euro leiteten die neuen Machthaber nach dem Sturz des mutmaßlichen Kriegsververbrechers nach Klagenfurt um. Sie dienten angeblich zur Besicherung nie getilgter Kredite.

Belgrad. Eine serbische NGO ist angeblich dem Geld des Regimes von Slobodan Milosevic auf die Spur gekommen. Die Balkan-Antikorruptionsliga hat der serbischen Justiz entsprechende Unterlagen zugestellt. Das Geld sei nach dem Regimewechsel im Jahr 2000 von den neuen Machthabern auf ein Geheimkonto bei der Hypo Alpe Adria Bank transferiert worden, wo es zur Kreditbesicherung diente.

Belastet wird in diesem Zusammenhang der frühere Notenbankpräsident und Ex-Finanzminister Mladjan Dinkic. Nach Angaben des Ligamitgliedes Darko Trifunovic entdeckte Dinkic die Gelder auf Zypern. Sie seien aber nicht ins Budget geflossen, sondern auf ein Geheimkonto bei der Hypo Alpe Adria.

Das Geld habe als Garantie für Kredite gedient, die serbische Geschäftsleute bei der Bank genommen und nie getilgt hätten. Unter Berufung auf den Hypo-Forensiker Christian Böhler behauptet Trifunovic, dass es sich umgerechnet um 18 Milliarden Euro handeln durfte.

Das Regime von Milosevic hatte in den 1990er Jahren Gelder aus den serbischen Staatsbanken auf Zypern deponiert. Wegen der UNO-Sanktionen wurden die Finanzmittel von Vertrauensleuten des serbischen Präsidenten in Koffern aus dem Land getragen.

Dinkic behauptete vor Jahren, dass seine Recherchen auf Zypern erfolglos verlaufen seien. Die langjährige Finanzmanagerin von Milosevic, Borka Vucic, die die Existenz der Zypern-Gelder wiederholt bestritten hatte, war im Jahr 2009 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Hypo dementiert

Die Hypo Alpe Adria hat die Angaben der serbischen NGO zum angeblichen Transfer von Milosevic-Geldern auf ein Konto der Bank energisch dementiert. "Allein schon auf Grund der behaupteten Größenordnung kann ein solcher Vorgang ausgeschlossen werden", teilte Bank-Sprecher Nikola Donig der APA mit.

"Die Hypo Alpe Adria legt größten Wert auf die Feststellung, dass ihr keinerlei Hinweise auf eine Geldwäsche von Milosevic Geldern vorliegen und solche auch nicht Gegenstand interner Ermittlungen ist", betonte Donig. "Weder die Bank noch einer ihrer Mitarbeiter haben daher jemals einen solchen Verdacht oder eine derartige Summe bestätigt."

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