Urlaubsgeld in Gefahr - Österreicher fürchten um Sonderzahlungen

Urlaubsgeld in Gefahr - Österreicher fürchten um Sonderzahlungen

Jeder Vierte Österreicher sorgt sich um das Urlaubsgeld und befürchtet, dass es in den nächsten fünf bis zehn Jahren gestrichen werden könnte. Die gleichen Ängste gibt es rund um das Weihnachtsgeld. Jeder Dritte braucht das Urlaubsgeld, um Schulden bezahlen zu können

Ein Viertel der Österreicher fürchtet, dass das Urlaubsgeld in den nächsten fünf bis zehn Jahren gestrichen werden könnte. Das geht aus einer IFES-Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft der Privatangestellten unter rund 400 Befragten hervor.

"Das 13. und 14. Gehalt sind nicht vom Himmel gefallen, sondern wurden in harten Auseinandersetzungen von starken Gewerkschaften erkämpft. Aber immer noch glaubt nahezu die Hälfte der Angestellten, dass auf Sonderzahlungen ein gesetzlicher Anspruch besteht", sagte der Spitzengewerkschafter Wolfgang Katzian.

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Laut der Umfrage glauben 47 Prozent der Befragten, dass die Urlaubs-und Weihnachtsgelder gesetzlich verankert sind. Das sind sie aber nicht, sie stehen in den Kollektivverträgen, was nur 46 Prozent wussten. Auch wenn 25 Prozent die Abschaffung der Sonderzahlung für wahrscheinlich halten, sehen im Umkehrschluss 74 Prozent das 13. und 14. Gehalt dauerhaft gesichert.

Sonderzahlungen decken Schulden

Die Verwendung der Sonderzahlungen für Urlaubsreisen bleibt konstant an erster Stelle, gefolgt von der Anschaffung von Weihnachtsgeschenken. Stark angestiegen ist gegenüber 2008 die Verwendung der Sonderzahlungen für Altersversorgung oder spätere Anschaffungen, was wahrscheinlich mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu tun hat.

13. und 14. Gehalt sind ein fixer Bestandteil im persönlichen Budget der Angestellten. Eine Abschaffung würde nicht nur das Ansparen von Reserven gefährden, sondern auch notwendige Anschaffungen und die Deckung der steigenden Lebenshaltungskosten. Fast alle Befragten bevorzugen die Beibehaltung der Auszahlung vor dem Sommer und vor Weihnachten. (80 Prozent sind sehr dafür, 14 Prozent eher dafür). Nur eine Minderheit (5 bzw. 12 Prozent) ist für eine Auszahlung anteilsmäßig monatlich aufgeteilt über das ganze Jahr.

Die Finanzierung einer Lohnsteuersenkung durch die Streichung der Steuervorteile beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld wird in der Umfrage abgelehnt. Das wäre eine Steuerreform "von der linken in die rechte Hosentasche", kommentierte Katzian. Stattdessen sind 83 Prozent der befragten Angestellten für eine Millionärssteuer.

Ein Viertel der Umfrageteilnehmer wusste übrigens nicht, wie die Sonderzahlungen berechnet werden. 99 Prozent vertrauen aber sowieso ihrem Arbeitgeber, sie gehen davon aus, dass korrekt abgerechnet wird. 47 Prozent haben die Abrechnung allerdings schon einmal nachkontrolliert oder kontrollieren lassen. 94 Prozent wollen so wie bisher die Auszahlung vor dem Sommer und zu Weihnachten. Eine anteilsmäßige monatliche Auszahlung wird von der Mehrheit abgelehnt.

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