Unternehmen profitieren von günstigeren Krediten

Unternehmen profitieren von günstigeren Krediten

Zinsen für Einlagen und Kredite sind weiter rückläufig - das kommt Firmen zugute.

Die Zinsen für Einlagen und Kredite waren bis Ende Juli weiterhin rückläufig, wobei die Einlagenzinsen stärker sanken als die Kreditzinsen. Seit Jahresbeginn gab es bei den neu vergebenen Krediten Rückgängen von bis zu 70 Basispunkten, bei den Einlagen von bis zu 92 Basispunkten, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) heute, Freitag, mit. Profitiert hätten von den günstigeren Zinskonditionen vor allem Unternehmen.

Der vergleichsweise stärkere Rückgang bei neu vereinbarten Einlagenzinssätzen führte in Österreich zu einem minimalen Anstieg der Zinsspanne im Neukundengeschäft, die jedoch noch immer zu den geringsten im gesamten Euroraum zähle.

Bei Neukrediten mit Volumen bis 1 Mio. Euro sanken die Zinssätze seit Dezember um 62 Basispunkte auf 2,4 Prozent, bei Großkrediten über 1 Mio. Euro um 70 Basispunkte 2,01 Prozent. Bei Krediten bis eine Million Euro war der Rückgang deutlich stärker als im Euroraum-Durchschnitt (-31 Basispunkte) und der Zinsvorteil gegenüber dem Euroraum-Durchschnitt (4,12%) stieg auf mehr als 170 Basispunkte an.

Bei Krediten an private Haushalte gingen die Kreditzinsen weniger stark zurück. Konsum- bzw. Wohnbaukredite sanken um 33 bzw. 45 Basispunkte auf 4,62 Prozent bzw. 2,62 Prozent. Die Kreditkonditionen lagen damit laut Nationalbank aber weiterhin wesentlich unter jenen des Euroraum-Durchschnitts von 6,69 Prozent bzw. 3,36 Prozent.

Bei den Einlagenzinsen hat sich die Differenz zum Euroraum-Durchschnitt weiter erhöht. So wurde im Euroraum bei Einlagen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr sogar ein geringfügiger Anstieg der Einlagenzinssätze verzeichnet (+2 Basispunkte auf 2,80 Prozent), während der entsprechende Zinssatz in Österreich seit Dezember 2011 um 70 Basispunkte sank und 1,13 Prozent erreichte. Verantwortlich für die Entwicklung im Euroraum seien vor allem einige Länder in Südeuropa, die ihren Kunden für sehr kurzfristige Einlagen hohe Sparzinsen (von bis zu 4,82 Prozent) zahlen mussten, um Liquidität zu bekommen, so die OeNB.

Auch in den längerfristigen Kategorien (1-2 Jahre bzw. über 2 Jahre) waren die Rückgänge der Einlagenzinssätze in Österreich mit 92 bzw. 55 Basispunkten stärker als im Euroraum (-32 bzw. -44 Basispunkte) ausgeprägt.

Als Folge der stärkeren Rückgänge bei Einlagen- als bei Kreditzinssätzen stieg die Zinsspanne im Neukundengeschäft in Österreich seit Dezember 2011 wieder um 13 Basispunkte an. Sie zählte mit 1,11 Prozentpunkten jedoch noch immer zu den geringsten im gesamten Euroraum. Zu den sinkenden Kundenzinsen geführt hätten die infolge der Liquiditätshilfe der Europäischen Zentralbank (EZB) an die Banken stark sinkenden Zwischenbankzinssätze im 1. Quartal 2012, verstärkt worden sei dies durch die Leitzinssenkung im Juli.

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