Trauriger Rekord: Arbeitslosigkeit steigt um 11,1 Prozent, 428.143 ohne Job

Trauriger Rekord: Arbeitslosigkeit steigt um 11,1 Prozent, 428.143 ohne Job

Triste Bilanz zum Jahresstart: In Österreich gibt es weniger freie Stellen, die Arbeitslosigkeit steigt um über zehn Prozent. Die zunehmende Alters- und Jugendarbeitslosigkeit ist besorgniserregend. AMS-Chef Herbert Buchinger rechnet mit keiner substanziellen Entspannung.

Das schwache Wirtschaftswachstum belastet weiterhin den Arbeitsmarkt enorm. Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt seit 28 Monaten. Für 2013 rechnet das Arbeitsmarktservice mit der zweithöchsten Arbeitslosenquote (7,6 Prozent) seit mehr als 60 Jahren. Nur 1953 lag die Quote mit 8,7 Prozent höher. In absoluten Zahlen waren 2013 im Jahresdurchschnitt 360.723 Personen ohne Job (+10,2 Prozent) - so viele wie noch nie in der Geschichte der Zweiten Republik.

Ende Dezember steig die Zahl der Arbeitslosen um 11,9 Prozent auf 361.279 Personen. Das sind um 38.298 Menschen mehr als vor einem Jahr. Außerdem befanden sich 66.864 Personen in Schulungen. Das ist ein Anstieg von 7,1 Prozent bzw. 4.407 Personen. Somit waren im Dezember 428.143 Menschen ohne Job (+11,1 Prozent).

AMS-Vorstand Herbert Buchinger macht sich wenig Hoffnungen auf eine Entspannung. Er rechnet für die nächsten Jahre mit "keinem substanziellem Rückgang" der Arbeitslosigkeit. Wenn die Konjunktur wieder anspringt, kommen auch mehr Personen aus den Nachbarländern auf den österreichischen Arbeitsmarkt, sagte Buchinger. Seit dem 1. Jänner 2014 haben auch Arbeitnehmer aus den jungen EU-Ländern Rumänien und Bulgarien freien Zugang zum Arbeitsmarkt in Österreich. Eine Studie von IHS und WIIW im Auftrag von Sozial- und Wirtschaftsministerium hat errechnet, dass jährlich zusätzlich 5.500 Menschen nach Österreich ziehen werden, davon drei Viertel aus Rumänien. Wenn das Wirtschaftswachstum in Österreich wieder stärker steigt als zuletzt, könnten auch mehr Personen aus Rumänien und Bulgarien nach Österreich kommen, erwartet Buchinger Die Beschäftigung ist nur mehr schwach gewachsen. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten hat sich per Ende Dezember um 10.000 Personen (+0,3 Prozent) auf 3,346 Millionen erhöht. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen ist im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1.434 (-5.8 Prozent) auf 23.176 zurückgegangen.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition schnellte per Ende Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote nach Eurostat-Rechnung lag für Oktober - das ist der aktuellste Wert - bei 4,8 Prozent. Österreich hat damit weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU.

Alters- und Jugendarbeitslosigkeit

Besonders bedenklich ist die Entwicklung der Alters- und der Jugendarbeitslosigkeit. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen bei den Über-50-Jährigen kletterte im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat um 23 Prozent auf 88.287 Personen. Bei den Jungen (unter 25 Jahre) gab es einen Anstieg von 6,5 Prozent auf 51.626 Betroffene.

Deutlich schwieriger gestaltet sich auch die Suche nach einer Lehrstelle. Die Differenz zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen ("Lehrstellenlücke") erhöhte sich im Dezember im Vergleich zur Vorjahresperiode um 968 auf 3.345. 6.055 Lehrstellensuchenden standen 2.710 offene Lehrstellen gegenüber.

Gesundheitssektor und Handel stark betroffen

Hart getroffen hat es im Dezember erneut Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel. Hier stieg die Arbeitslosigkeit um 17,9 Prozent bzw. 15,6 Prozent. Ebenfalls stark gestiegen ist die Anzahl der Arbeitslosen im Tourismus (+13,7 Prozent) und bei der Herstellung von Waren (+12,4 Prozent). Der schwächste Anstieg wurde am Bau (+5,1 Prozent) verzeichnet. Der Dienstleistungsbereich hinke der Konjunkturentwicklung erfahrungsgemäß etwas hinterher, so Hundstorfer. "Nach den aktuellen Prognosen der Wirtschaftsforscher wird die sich nun schon deutlich abzeichnende Erholung der Konjunktur den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Verlauf des neuen Jahres zumindest weiter abschwächen", zeigte er sich leicht zuversichtlich.

Nach Bundesländern ist die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen am stärksten in Tirol um 14,8 Prozent auf 21.658 und Oberösterreich um 14,5 Prozent auf 45.749 Personen gestiegen. Die geringste Zunahme wurde in Kärnten (+8,5 Prozent) und im Burgenland (+8,6 Prozent) registriert. Die Anzahl der Schulungsteilnehmer stieg am stärksten in Wien (+12,7 Prozent) und Salzburg (+11,7 Prozent).

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