Telekom V Prozess: Wurde der Verkauf der Immobilie Telekom-intern nicht dokumentiert?

Telekom V Prozess: Wurde der Verkauf der Immobilie Telekom-intern nicht dokumentiert?

Telekom Austria Revisionschef Christopher Schneck zeigte sich vor Gericht irritiert: Es gab weder eine schriftliche Dokumentation des Verkaufsprozesses noch ein Verkehrswertgutachten. Dennoch sei bei dem Geschäft "alles rechtens" gewesen.

Es war ein langer Tag im Telekom V Prozess rund um den Verkauf der Luxusimmobilie am Schillerplatz. Vermutet wird, dass dabei der frühere Telekom Austria General Heinz Sundt und der ehemalige ÖBB-General Martin Huber begünstigt waren.

Der größte Knüller war die Aussage des Leiters der internen Revision der Telekom Austria, Christopher Schneck. Er meinte heute bei seiner Zeugeneinvernahme, man sehr "irritiert" gewesen, dass es weder eine schriftliche Dokumentation des Verkaufsprozesses noch ein Verkehrswertgutachten gegeben habe, andererseits sei nichts strafrechtlich relevantes zu Erkennen gewesen. Trotz der Kritik an einem fehlenden Gutachten wurde aber auch von der Revision keines angeordnet.

Verwundert sei man laut Schneck auch darüber gewesen, dass sich an dem Preis, den die Telekom Austria vom Käufer schon im Mai 2005 forderte, im Zuge der Verkaufsgespräche bis zum Vertragsabschluss Ende 2006 nie etwas geändert hat - obwohl sich beispielsweise die Größe des verkauften Gebäudes verändert hatte.

Schneck brachte den wegen der Erstellung eines angeblichen Scheingutachtens angeklagten Architekten sowie zwei ebenfalls angeklagte Ex-Telekom-Manager ins Schwitzen als er in der Vernehmung heute, Dienstag, angab, dass ihm bei seiner Nachfrage nach einem Verkehrswertgutachten erklärt wurde, dieses liege im Tresor der Telekom. Auf Bitte nach Aushändigung habe ihm die angeklagte Telekom-Managerin Birgit Wagner erklärt, das gehe jetzt nicht da sie in Urlaub fahre. Zuvor hatten der Architekt und Wagner behauptet, dass das Gutachten beim Architekten in der Schublade lag und erst auf Anforderung im Zuge der Revision der Telekom zugestellt wurde. Der Architekt wurde gleichzeitig aber auch von Schneck vom Vorwurf der Vordatierung des Gutachtens entlastet. Wie beim Schillerplatz-Gutachten auch habe er bei anderen Gutachten für die Telekom am Deckblatt immer den Stichtag der Prüfung angeführt - wie der Architekt bisher in seiner Verteidigung ausgeführt hat.

Der letzte am Dienstag geladene Zeuge war erst 2010, also Jahre nach dem Verkauf, mit der Causa beschäftigt. Als Mitarbeiter der Telekom-Revision hatte er für die Staatsanwaltschaft Unterlagen gesammelt. Überrascht habe ihn und seinen Chef, den zuvor einvernommenen Christopher Schneck, dass doch ein Gutachten zu der Immobilie vorgelegen sei. Dieses Gutachten des nunmehr mitangeklagten Architekten habe er der Staatsanwaltschaft übermittelt. Nach Angaben eines Verteidigers, der ein Mail vorhielt, hätte Schneck aber schon 2008 dieses Gutachten erhalten.

Von den Revisionsprüfungen 2006 und 2008 in der Telekom habe er gewusst, sei aber nicht eingebunden gewesen, so der Zeuge. Die Revision 2008 habe sein damaliger Vorgesetzter mit seinem jetzigen Vorgesetzten zusammen erledigt. Sie hätten den Auftrag gehabt, nichts nach außen dringen zu lassen. Anlass der Überprüfungen seien Medienberichte zum Verkauf gewesen.

Die später vorgenommene Generalsanierung des Gebäudes sei von der Telekom bezahlt worden und auch der Telekom - die noch einige Stockwerke nutzt - zu gute gekommen, so der Zeuge.

Am Donnerstag und am Freitag wird der Prozess fortgesetzt. Richterin Claudia Moravec-Loidolt ließ den weiteren Prozessverlauf offen.

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