Technologie-Land Österreich: Vom EU-Spitzenfeld weit entfernt

Technologie-Land Österreich: Vom EU-Spitzenfeld weit entfernt

Österreich stehe aber an einer Weggabelung mit der Gefahr eines Stillstandes, so das Fazit einer Wifo-Studie über Österreich als Technologiegeber. Weiterentwickelt werden müssen demnach die Stärken, in die bereits jetzt rund zwei Drittel der Förderungen fließen.

Österreich ist in der Forschung laut Wifo-Chef Karl Aiginger derzeit gute Mittelklasse, aber von den führenden Ländern entfernt. Die F&E-Quote liege derzeit bei 2,9 Prozent, und damit von Spitzenreitern wie Finnland, Schweden oder der Schweiz weit entfernt. Wer in der Krise nicht in Forschung investiere, komme aus der Krise nicht heraus, sagte er.

Österreich sei in einigen Technologien Weltmarktführer und habe Potenzial für mehr. Technologiegeber mit einem hohen Weltmarktanteil und höherem Technologiegehalt ist Österreich bei Maschinen- und Fahrzeugbau, Metallwaren, innovativen Werkstoffen und Umwelttechnologie. Die beste Strategie sei, in den bestehenden Stärkefeldern in dynamische Märkte zu gehen, so Aiginger. Zwei Drittel der Förderungen gingen in jene Felder, in denen man stark sei. Das sei relativ viel. Es sei aber eine gute Entwicklung, wenn man spezialisiert, aber nicht überspezialisiert sei. Die Effizienz könne durch eine Orientierung an den Stärken und Potenzialen verbessert werden.

Zur Frage von höheren Mitteln sagte Bures heute in einer Pressekonferenz, es sei die Kunst und die Aufgabe in wirtschaftlich nicht einfachen Zeiten dafür zu sorgen, dass man dort investiere, wo man Forschung und Standort stärke, die Arbeitslosigkeit bekämpfe und in anderen Bereichen ganz offen überlege, "mit welchen Auswirkungen kann man Einsparungspotenziale vornehmen."

Infrastrukturministerium und TU Wien gründen gemeinsam die erste österreichische "Pilotfabrik" zur Unterstützung der Wirtschaft für "Industrie 4.0". Diese ist ein realitätsnahes Modell einer Fabrik und wird Anfang 2015 den Betrieb aufnehmen, ab 2016 sollen weiter 3 bis 5 dieser Pilotfabriken ausgeschrieben werden, gab Bures heute in der Pressekonferenz mit TU Rektorin Sabine Seidler und Ainginger bekannt.

250 Millionen Euro bis 2015

Insgesamt wird das Infrastrukturministerium (bmvit) für seinen aktuellen Schwerpunkt "Industrie 4.0" in den Jahren 1014 und 2015 mehr als 250 Mio. Euro an Förderungen zur Verfügung stellen. Dabei geht es auch um Vernetzung, die Verschmelzung von Produktion und Kommunikation.

Es gebe einen engen Zusammenhang zwischen "Industrie 4.0" und der Breitbandmilliarde, betonte Bures heute. Diese müsse bei Forderungen nach mehr Mitteln für die Forschungsförderung berücksichtigt werden.

Wichtig sei eine enge Abstimmung von Wirtschaft und Politik. Der in Österreich geplante Schlüssel bei den Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen von zwei Dritteln für die Unternehmen und einem Drittel für die öffentlichen Haushalte solle kommen. Aktuell liege der Anteil der öffentlichen Hand bei 40 Prozent.

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