Studie: Österreicher zufrieden mit Integration

Studie: Österreicher zufrieden mit Integration

Zwei Drittel der Bevölkerung sind mit der Situation zufrieden, wünschen sich aber, dass im Bereich Integration mehr getan wird. Minister Sebastian Kurz kündigt weitere Initiativen an.

Wien. Integration funktioniert aus Sicht der Österreicher gar nicht so schlecht. Dies legt zumindest eine von Meinungsforscher Peter Ulram durchgeführte Analyse mehrerer Umfragen im Auftrag des Integrationsfonds nahe. Dieser zu Folge finden 61 Prozent, dass die Situation zufriedenstellend ist. Zu Beginn der vergangenen Legislaturperiode waren es bloß 43 Prozent gewesen.

Dennoch sehen die Österreicher Handlungsbedarf. 65 Prozent meinen, dass bei Integration und Zuwanderung mehr getan werden müsste. Grundsätzlich vertreten vier von zehn Österreichern die Ansicht, dass man zur Verbesserung der Integration in Zukunft eher auf ein System von positiven Anreizen und Belohnungen setzen sollte. Nur zwei von zehn wollen eher ein System von strengen Regeln und Gesetzen samt Sanktionen bei Nichtbefolgung. Der Rest spricht sich für eine Mischung aus Anreizen und Strafen aus.

Kurz für Sprachklassen und zweites Kindergartenjahr

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), der die Integration aus dem Innenministerium in sein neues Ressort mitgenommen hat, versicherte in einer Aussendung, dass sich die neue Regierung so viele Integrationsmaßnahmen vornehme wie keine zuvor. Besonders hob er hervor, dass Kinder mit Sprachdefiziten in Zukunft von vorbereitenden Sprachklassen und einem zweiten Kindergartenjahr, das bei Deutschdefiziten verpflichtend ist, schulfit gemacht würden. Er erwarte sich hier eine gute Kooperation mit der neuen Unterrichtsministerin.

Integration für 8 von 10 Österreichern "wichtig"

"Sehr wichtig" oder "wichtig" sind die Themen Integration und Zuwanderung für 79 % der Österreicher. Zwei von drei Personen sagen, dass das Thema in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Mehr als sechs von zehn Befragten geben an, dass das Zusammenleben von Österreichern mit und ohne Migrationshintergrund "sehr gut" bzw. "eher gut" funktioniere, 2008 waren skeptische Stimmen noch in der Mehrheit gewesen. Integration sei ein zentraler Bereich des neuen Regierungsprogramms, betont der zuständige Minister Sebastian Kurz: "Die neue Regierung nimmt sich so viele Integrationsmaßnahmen vor wie noch keine zuvor. Ich baue darauf, dass wir diese wichtigen Maßnahmen in den nächsten fünf Jahren erfolgreich umsetzen." Nach monatelangem Tauziehen und Debatten über "Ghettoklassen" freut sich Kurz über eine "gute Lösung": "Kinder mit Sprachdefiziten werden in Zukunft von vorbereitenden Sprachklassen und einem zweiten Kindergartenjahr, das bei Deutschdefiziten verpflichtend ist, schulfit gemacht. Ich erwarte hier eine gute Kooperation mit der neuen Unterrichtsministerin."

Österreicher sehen Zuwanderung als notwendig

Die Sorge um einen zu hohen Ausländer-Anteil ist deutlich geringer als noch vor einem Jahrzehnt. Drei Viertel sehen die Notwendigkeit hochqualifizierter Zuwanderer: "Österreich soll die Qualifikationen seiner Zuwanderer so gut wie möglich nutzen können", betont Kurz und stellt eine leichtere Anerkennung im Ausland erworbener Ausbildungen und Studienabschlüsse in Aussicht.

Deutschkenntnisse als Voraussetzung

Gefragt, was für erfolgreiche Integration notwendig sei, erwarteten die Befragten von den Österreichern in erster Linie Toleranz, Akzeptanz und Respekt, bei Zuwanderern werden vor allem Deutschkenntnisse bzw. das Erlernen der deutschen Sprache als Voraussetzungen gesehen. 38 Prozent befürworten eine Mischung aus positiven Anreizen und strengen Regeln. Auf hohe Zustimmung stoßen eine raschere Zuerkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft bei sehr guter Integration und Erbringung von besonderen Leistungen für die österreichische Gesellschaft, aber auch der Erwerb von Grundkenntnissen der deutschen Sprache bereits vor dem Zuzug nach Österreich.

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