Stronach wirbt BZÖ-Abgeordnete ab

Stronach wirbt BZÖ-Abgeordnete ab

Der austro-kanadische Milliardär Frank Stronach hat sich seinen Klubstatus im Hohen Haus vorerst gesichert: Die immer wieder als Wechselkandidatin genannte BZÖ-Abgeordnete Martina Schenk lief am Freitag tatsächlich zur Neo-Partei über. Grund für ihre Entscheidung seien Intrigen im BZÖ-Steiermark.

Das Team Stronach war auf der Suche nach Zuwachs, weil Elisabeth Kaufmann-Bruckberger in die niederösterreichische Landesregierung geht. Für den Klubstatus im Nationalrat, der einige Vorteile bringt, braucht es aber mindestens fünf Abgeordnete. Nun ist man - wieder einmal - beim BZÖ fündig geworden, das dadurch von ursprünglich 21 auf mittlerweile zwölf Mandatare geschrumpft ist.

Schenk hatte noch am Montag einen Wechsel dementiert. Montagabend habe es aber eine Vorstandssitzung des steirischen BZÖ gegeben, wo sich herausgestellt habe, dass Gerald Grosz und Harald Fischl das Ruder wieder an sich reißen wollen, erklärte Schenk, die seit Dezember geschäftsführende Landesobfrau des BZÖ Steiermark ist. Danach habe sie viel nachgedacht und sei Mitte der Woche von Team Stronach-Klubchef Robert Lugar kontaktiert worden. Am gestrigen Donnerstag habe sie sich dann zum Wechsel entschieden, Freitagvormittag informierte sie BZÖ-Chef Josef Bucher per SMS.

Sie habe sich zu diesem Schritt entschieden, "weil ich keine negativen Energien mehr für Streitereien aufwenden möchte, für Intrigen, ich möchte meine positiven Energien für meine Arbeit nutzen". Ganz anders sieht die Sache natürlich Grosz: Es habe sich trotz Schenks Dementi schon seit einem halben Jahr abgezeichnet, "dass sie mit Stronach sympathisiert", am 4. März sei sie in Oberwaltersdorf (Magna-Firmenzentrale, Anm.) gesichtet worden. Grosz selbst will bis nach Ostern entscheiden, ob er neuerlich für die Führung des steirischen BZÖ kandidiert.

Wunschkandidatin

Ihr neuer Klubchef Lugar freute sich jedenfalls über seine "Wunschkandidatin" Schenk. Dass sie nur geholt wurde, damit das Team Stronach seinen Klubstatus behält, verneinte er: Hätte man niemand geeigneten gefunden, wäre Kaufmann-Bruckberger eben im Nationalrat geblieben. Lugar unterstrich, dass Schenk über viel Erfahrung verfüge und unbelastet sei. Schenk will sich in der neuen Partei wie schon beim BZÖ vor allem der Frauenpolitik widmen.

Dass sie illoyal sei, stellte Schenk in Abrede: Illoyalität liege immer im Auge des Betrachters. In 21 Jahren drei Mal den Arbeitgeber zu wechseln sei legitim, meinte Schenk darauf angesprochen, dass sie vor dem BZÖ ja auch schon für die FPÖ (u.a. als Bundesgeschäftsführerin) gearbeitet hatte.

Das BZÖ war trotzdem enttäuscht von ihr: Schenk habe die ganze Woche über "nahezu beichtstuhlartig geschworen", sie gehe nicht, meinte BZÖ-Sprecher Rainer Widmann zur APA. Ausschlaggebender Grund dafür, in den "jämmerlichen" Klub des Milliardärs zu wechseln, dürfte nach Meinung des Bündnissprechers Stronachs "Wechselgeld" gewesen sein. An weitere Wechsel aus dem BZÖ zu Stronach glaubt Widmann nicht. FPÖ und Grüne wiederum reagierten mit Spott und Häme auf den Personalwechsel.

Zwar ist im Parlament für Frank Stronach wieder alles in Butter, Ungemach droht ihm aber an einer anderen Front: Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat im Fall Schloss Reifnitz nun offiziell Ermittlungen eingeleitet, einer der Beschuldigten ist der Käufer Stronach selbst, er wird als Beitrags- bzw. Bestimmungstäter geführt. Der Verdacht lautet auf Untreue. Das Kärntner Schloss hatte Stronach 2005 um sechs Millionen Euro - viel zu billig, so der Vorwurf - gekauft. Der Milliardär werde ein großes Hotel daraus machen, hieß es, geworden ist es ein privates Feriendomizil. Stronach wies die Vorwürfe rund um den Schlosskauf bisher zurück.

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