Streit um Stromnetz-Gebühren: Netzbetreiber stellen sich gegen E-Control

Streit um Stromnetz-Gebühren: Netzbetreiber stellen sich gegen E-Control

Der Stromregulator E-Control will die Tarife für die Stromnetze teils massiv senken. Doch die Netzbetreiber wehren sich.

Wien. Die Regulierungsbehörde E-Control wird demnächst ihre neuen – durchschnittlich um 2,3 Prozent gesenkten – Tarife für den Stromtransport präsentieren, berichtet das Wirtschaftsmagazin „trend“ in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Einzelne Netzbetreiber müssen dabei ab 2014 mit noch höheren Abschlägen rechnen. Allen voran die EVN (-9,33 Prozent), Tiwag (-6,26 Prozent) oder Energie AG (-5,3 Prozent). Die angestrebte Reduktion führt zu niedrigeren Strompreisen bei den Haushalten und zu Einnahmenverlusten der Energieversorger.

Einzelne Netzbetreiber kündigen daher bereits an, gegen die verordnete Tarifsenkung vorgehen zu wollen, berichtet der „trend“. Sie werfen der Behörde falsche Basisannahmen bei ihrer Kalkulation vor. So etwa Reinhard Brehmer, Geschäftsführer des Wiener Stromnetzes: „Die E-Control macht völlig willkürliche Berechnungen.“ Er verweist auf die Kosten für eine stabile Stromversorgung und erwartet durch den Ausbau von Wind- und Sonnenkraftwerken eher neue Belastungen für die E-Wirtschaft: „Das würde eher höhere Netztarife rechtfertigen.“

Tatsächlich ist die Kalkulation der E-Control komplex, berichtet der „trend“. Sie richte sich nach einem Mix aus genehmigten Kosten, Abgeltung für zurückliegende Investitionen und erlaubten Kapitalrenditen der Stromversorger – und musste schon dreimal überarbeitet werden. In Summe wären von den 22,9 Milliarden Euro, die die Konsumenten in den zwölf Jahren seit Liberalisierung des Strommarktes an Netzgebühren gezahlt haben, nur 4,3 Milliarden (19 Prozent) in echte Neuinvestitionen gewandert, und das hauptsächlich in jüngerer Zeit. Der Löwenanteil floss bisher in Systemerhaltung und Gewinne.

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