Steuerberater Birnbacher legt Geständnis ab

Steuerberater Birnbacher legt Geständnis ab

Causa Birnbacher nimmt am dritten Verhandlungstag überraschende Wendung.

Der Villacher Steureberater Dietrich Birnbacher hat am Mittwoch bei seinem Geständnis im Strafprozess in der "Causa Birnbacher" am Landesgericht Klagenfurt seine Mitangeklagten, ÖVP-Obmann Josef Martinz und die Vorstände der Kärntner Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander, schwer belastet. So habe er "gemeinsam mit Megymorez" einen Gegenbrief verfasst, der bewusst rückdatiert worden sei, erklärte er. Dadurch sollte der Eindruck entstehen, dass er zeitnah entstanden sei.

In der Causa angeklagt sind neben Birnbacher der Kärntner ÖVP-Obmann Josef Martinz und die Vorstände der Kärntner Landesholding, Hans-Jörg Megymorez und Gert Xander. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Untreue vor. Konkret geht es um ein Honorar in der Höhe von sechs Mio. Euro, das Birnbacher für Beratungstätigkeiten im Zuge des Verkaufes der Landesanteile der Hypo Alpe-Adria-Bank an die BayernLB bekommen hatte. Eingefädelt hatten den Verkauf der inzwischen verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider und Martinz.

"Im Kern treffend"

Birnbacher bezeichnete das sogenannte Schäfer-Gutachten, das seiner Berater-Arbeit lediglich einen Wert von 240.000 Euro zugestand als "im Kern treffend". Ihm sei bei der Vertragsunterzeichnung klar gewesen, dass ein Honorar in der Höhe von sechs Mio. Euro unangemessen gewesen sei. "Warum habe ich mich dafür hergegeben?", stellte er sich selbst die Frage. "Der Auftrag hat mich interessiert, Eitelkeit hat auch eine Rolle gespielt und ich habe Haider vertraut", antwortete Birnbacher. Er habe nicht damit gerechnet, dass der inzwischen verstorbene Landeshauptmann den Verkauf als sein politisches Glanzstück zu verkaufen versuchen werde. "Bei mir sind alle Sicherungen durchgebrannt, als er das Angebot machte", sagte er.

Die Holding- Vorstände hätten sich der Vorgehensweise nicht widersetzt. "Die Vorstände wussten über meine Leistungen genauso Bescheid wie ich. Wäre ihnen das nicht suspekt gewesen, hätten sie nicht so viele Gutachter bestellt", erklärte der Steuerberater. Er bestätigte auch, dass Martinz ebenso über alles informiert gewesen sei. "Der politische Druck lag damals in der Luft in meiner Kanzlei", so Birnbacher. Auf Nachfrage von Staatsanwalt Andreas Höbl, von wem dieser Druck ausgegangen sei, bestätigte er, dass er von Haider und Martinz gekommen sei.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich