Standard verschmilzt Print und Online

Standard verschmilzt Print und Online

Die Standard-Mediengruppe von Oscar Bronner führt die Print- und Online-Aktivitäten zusammen, die Redaktionen werden nun räumlich und organisatorisch nicht mehr getrennt sein. Das erfordert auch personelle Änderungen.

Bei Oscar Bronners Mediengruppe "Der Standard" bleibt kein Stein auf dem anderen. Die Print- und Online-Aktivitäten des Verlags werden radikal fusioniert, die verschiedenen Ressorts von Print und Online künftig organisatorisch und räumlich zusammengeführt. Darüber wurden die "Standard"-Mitarbeiter Mittwochmittag bei einer Redaktionsversammlung informiert. Mit der Strukturreform sind zahlreiche personelle Veränderungen verbunden. So übernimmt "Standard"-Herausgeberin und -Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid auch die redaktionelle Leitung für den Online-Bereicht.

Gerlinde Hinterleitner, bisher Geschäftsführerin und Chefredakteurin von derstandard.at, bleibt Verlagsleiterin des Online-Bereichs, redaktionell soll sie sich künftig um das Thema User Generated Content kümmern. Rainer Schüller, Chef vom Dienst bei derstandard.at, soll Föderl-Schmid in der zusammengeführten Print-und Online-Redaktion als stellvertretender Chefredakteur unterstützen. Etliche Änderungen soll es nach APA-Informationen auch an den Ressortspitzen geben. Innenpolitik, Wirtschaft und Kultur werden demnach von den bisherigen Print-Ressortleitern geführt - mit Stellvertretern aus Online. Außenpolitik, Chronik und Sport sollen von Onlinern geführt werden, hier übernehmen die Printleute die Stellvertreterfunktion.

Sesselrücken 2.0

Während man vor einigen Monaten beim Wechsel an den neuen Standort im ehemaligen Bank Austria-Glaskubus am Wien-Fluss noch weitgehend auf eine räumliche Zusammenführung von Print und Online verzichtet hatte, soll dies nun im Zuge der geplanten Fusionierung nachgeholt werden. Die Kernressorts von Zeitung und Online-Ausgabe würden demnach künftig im Newsroom zu ebener Erde vereint, war zu hören.

"Diese neue Organisationsform gibt uns eine höhere Beweglichkeit und Geschwindigkeit", erklärte "Standard"-Eigentümer Oscar Bronner im Anschluss an die Informationsveranstaltung in einem Statement auf etat.at. "Bei unserer Planung hat weder das Konzept 'Print-First' noch die Variante 'Online-First' Pate gestanden", so Bronner. "Uns geht es um 'Qualität zuerst', um die Aufgabenstellung, wie wir in Umbrüchen der Medienlandschaft weiterhin die führenden Qualitätsmedien so erfolgreich publizieren können."

Knapp 400 Mitarbeiter

Mit den radikalen Änderungen soll kein Personalabbau verbunden sein, wurde bei der internen Information versichert. Die "Standard"-Gruppe hat derzeit 396 Mitarbeiter in allen Bereichen. Durch zusätzliche Anstellungen wegen des neuen Kollektivvertrags sollen es mit 1. Juli knapp 420 Mitarbeiter sein. In der Redaktion gebe es demnach 20 Journalisten mehr, von zwei werde man sich im Zuge der Neustrukturierung trennen, war aus dem Verlag zu hören. Unter den Mitarbeitern gibt es freilich Befürchtungen, dass mit der Fusionierung der bisher getrennten Bereiche der Boden für künftige Personalkürzungen aufbereitet werde.

EGT deutlich gesunken

Oscar Bronners Medienhaus erzielte 2012 einen Umsatz von 63,2 Millionen Euro. Das Ergebnis (EGT) sank im Vorjahr deutlich auf 142.000 Euro, 2011 lag es noch bei 3,4 Millionen Euro. Im Herbst wurde deshalb bereits mit einem internen Sparprogramm begonnen. "Standard"-Geschäftsführer Wolfgang Bermann nannte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Printmedien damals "schlechter als zu den beiden großen vorangegangenen Krisen nach 9/11 und nach der Lehmann-Pleite".

Weitere Auswirkungen

Die Fusionierung von Print und Online bei der "Standard"-Mediengruppe führt auch zu einer teilweisen Neuaufstellung des redaktionellen Führungsteams. Die zusammengelegten Ressorts werden künftig je zur Hälfte von Print-und Onlineleuten geführt. Änderungen gibt es darüber hinaus auch im Anzeigenverkauf sowie in der Verlagsorganisation.

Auf redaktioneller Ebene bleibt Michael Völker Ressortleiter Innenpolitik, ist aber künftig für Print und Online zuständig. Gleiches gilt für Wirtschaftsressortchef Andreas Schnauder und Kultur-Ressortleiterin Andrea Schurian. Die Ressorts Außenpolitik, Chronik und Sport werden künftig von Onlinern geführt. Die Außenpolitik soll dem Vernehmen nach Manuela Honsig-Erlenburg übernehmen, die Chronik Rosa Winkler-Hermaden, das Sportressort Philip Bauer.

Teilweise neu soll auch die Riege der Chefs vom Dienst sein, wie es am Mittwoch bei einer internen Informationsveranstaltung hieß: Als Chefs vom Dienst sollen demnach Eric Frey für Print und Online, Otto Ranftl und Petra Stuiber für Print sowie Olivera Stajic, Sabine Bürger und Günther Oswald für Online diese Funktion ausüben.

Änderungen gibt es laut "Standard" auch im Anzeigenbereich. Der Anzeigenverkauf für alle Medien der Gruppe wird demnach in einem Organisationsbereich zusammengefasst. Matthias Stöcher übernimmt die Bereichsleitung, Robert Beck darin die Leitung des Verkaufs. Als Verlagsleiter für die Print- und E-Paper-Produkte fungiert künftig Thomas Letz, die Verlagsleitung für die Rubrikenmärkte übernimmt Markus Inzinger.

Unverändert bleibt hingegen die Leitung der Gesamtgruppe des Medienunternehmens. Der Vorstand besteht weiter aus Oscar Bronner (Herausgeber und Vorsitzender), Alexander Mitteräcker (Finanzen, Anzeigen, IT, Entwicklung, User Generated Content, Onlineprodukte) sowie Wolfgang Bergmann (Marketing, HR, Produktion, Vertrieb, Rubrikenmärkte, Printprodukte).

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