Staatspreis KNEWLEDGE - Die Weiterbildungschampions 2014

Staatspreis KNEWLEDGE - Die Weiterbildungschampions 2014

Wie eng erfolgreiches wirtschaftliches Handeln mit Kompetenz und ständiger Weiterqualifizierung verknüpft sind, zeigen die Preisträger des Staatspreises KNEWLEDGE 2014.

Der 1999 ins Leben gerufene und seit 2004 als Staatspreis firmierende KNEWLEDGE-Preis will die Bedeutung des lebensbegleitenden Lernens als Wettbewerbsfaktor in der heutigen Wissensgesellschaft hervorheben. "Österreichs Unternehmen können in erster Linie mit der Qualifikation ihrer Mitarbeiter erfolgreich sein. Daher holen wir Betriebe vor den Vorhang, die lebensbegleitendes Lernen im beruflichen Kontext unterstützen", betont Bundesminister Mitterlehner.

2014 wurde der Preis in drei vergeben: Für Unternehmen bis 100 Mitarbeiter, für Unternehmen mit 101 bis 500 Mitarbeiter und für Betriebe mit mehr als 500 Mitarbeiter. Gewonnen haben die Variotherm Heizsysteme GmbH (Kategorie eins), die Hipp Produktion Gmunden GmbH (Kategorie zwei) und die SHT Haustechnik mit Sitz in Wien in der Kategorie der Großbetriebe.

Außerdem erhalten folgende Unternehmen Auszeichnungen: Glockengießerei Grassmayr (T), KRESTA Anlagenbau (K), Voglauer Möbelwerk (S), die Österreichische Post AG (W) und die Wüstenrot Gruppe Österreich (S).

Einen Sonderpreis für das Integrationsprojekt "Mitanand" erhält die Zumtobel Gruppe (V).

Unterstützt wird der Staatspreis KNEWLEDGE neben dem BMWFW, vom Bildungsministerium, der Wirtschaftskammer Österreich, der Wirtschaftskammer Niederösterreich und der Industriellenvereinigung. Bildungsgutscheine erhalten die Preisträger vom Wirtschaftsförderungsinstitut der Wirtschaft, von der ppc training Rath & Artner GmbH sowie von lichtmannegger consulting.

Die Preisträger

Unternehmen bis 100 Mitarbeiter: Variotherm Heizsysteme GmbH
Den Staatspreis in der Kategorie bis 100 Mitarbeiter/innen ging an Variotherm, weil trotz des KMU-Status Personalentwicklung in diesem Unternehmen ein hoher Stellenwert beigemessen sowie professionell und bedarfsorientiert gemacht wird. Direkt und unkompliziert wird ein Konzept ohne viel Theorie gelebt. So sagt Variotherm klar und gut argumentiert, warum sie eben keinen Weiterbildungsplan für Zielgruppen benötigen. Die Mitarbeiter/innen sind stets angehalten eigenverantwortlich zu agieren - dafür erhalten sie große Freiräume bei der Erfüllung ihrer Aufgaben und dem Besuch von Fortbildungsveranstaltungen. Um über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken, reisen die Mitarbeiter/innen sogar einmal jährlich in die Schweiz zum Wirtschaftsquerdenkerforum für Brückenbauer, Grenzgänger und Mutmacher.

Die Präsidentin der KNEWLEDGE-Initiative und der Wirtschaftskammer Niederösterreich Sonja Zwazl, "Als Niederösterreicherin bin ich stolz auf Unternehmen wie Variotherm - es könnte durchwegs ein Vorbild für sogenannte „Große“ sein, weil es einen Personalentwicklungsansatz hat, der direkt am und mit den Menschen gelebt wird."

Unternehmen mit 101 bis 500 Mitarbeiter: Hipp Produktion Gmunden GmbH
Die Erfolgsgeschichte von HiPP Babynahrung begann im Jahr 1899 in Deutschland, als der Konditor Joseph Hipp aus geriebenem Zwieback, Milch und Wasser den ersten Baby-Brei anrührte. Das Unternehmen HiPP steht für eine bewusste und sensible Auseinandersetzung mit den Themen Natur, Mensch und Wirtschaft. Zu den wichtigsten Absatzmärkten zählen die EU-Staaten sowie die Ukraine und Russland.

Hipp hat ein einmalig abgerundetes Personalentwicklungskonzept, das glaubwürdig in die Gesamtstrategie des Unternehmens eingebunden ist. Man spürt, dass das Leitmotiv ihrer Personalentwicklungsarbeit - die „Herzensbildung“ - tatsächlich ihr gelebtes Leitmotiv ist.
Das Konzept besticht, da es klassisch-bewährte Ansätze der Bildungsarbeit mit neuesten Erkenntnissen verbindet. So wird in der praktischen Umsetzung ein Schwerpunkt auf Kleingruppen-Lernen am Arbeitsplatz mit kurzen Lernphasen gesetzt. Erlerntes kann damit schnell erprobt und in der direkten Umsetzung verfestigt werde.
"Sensibles Gespür in der Personalentwicklung und eine hervorragende Verzahnung mit den Unternehmenswerten, führt zur gelebten Unternehmenskultur", so das Mitglied der Staatspreisjury Gerhard Preslmayer.

Unternehmen über 500 Mitarbeiter: SHT Haustechnik AG
SHT besticht mit einem exzellenten Gesamtkonzept, das stringent über die Jahre aufgebaut und entwickelt wurde und welches mit allen wichtigen Bausteinen - werteorientiert, engagiert und sehr praxisnahe – ausgestattet ist. Es spannt einen hochqualitativen Bogen vom Eintritt in das Unternehmen mit der Lehrlingsausbildung bis zu einem Nachwuchs- und Führungskräftekonzept, das für die Größe und die Branche des Unternehmens außergewöhnlich gut gestaltet ist. Es zeigt zudem, dass solch ein Personalentwicklungs-Ansatz nicht einer klassischen, akademischen Angestelltenzielgruppe vorbehalten sein darf, sondern vielmehr erfolgreich in allen Mitarbeiter/innengruppen umsetzbar ist.

Erfreulich ist das klare Bekenntnis zur Lehrlingsausbildung, die mit einer eignen Übungsfirma, eingespieltem Mentoring und regelmäßigen Firmenbesuchen weit entwickelt ist. Man spürt, dass die Lehrlinge die Kernmitarbeiter/innen in der Zukunft des Unternehmens darstellen.
Die Jury hat nicht zuletzt die integrierte Darstellung des HR-PE Ansatzes überzeugt, der einerseits kritisch und gleichzeitig fast-forward orientiert ist.

Sonderpreis: Integrationsprojekt "Mitanand" der Zumtobel Gruppe
Das Integrationsprojekt leistet einen Beitrag zur Lösung lokaler gesellschaftspolitischer Themen und spricht Jugendliche mit Beeinträchtigung ab 50% sowie solche aus sozial schwächeren Familien an. Dieses sehr ambitionierte, professionelle und nachhaltig konzipierte Ausbildungskonzept ermöglicht den 16 - 22 jährigen einen guten Einstieg in die Arbeitswelt und das Erleben unterschiedlicher Berufsfelder.

Besonders die Übernahme gesellschaftspolitischer Verantwortung - durch die starke Einbindung und das Engagement aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Unternehmens Zumtobel - sowie die hohe Glaubwürdigkeit der Maßnahmen hat die Jury überzeugt. Die Freude über die Fortschritte der Jugentlichen ist dem Aussbildungsleiter Peter Loacker ins Gesicht geschrieben. „Keine Isolation im Sinn von geschützter Werkstätte, Zumtobel versucht den Projektnamen „Mitanand“ lebendig werden zu lassen. Integration in die normalen Firmenabläufe, soweit immer das möglich ist. So entsteht nicht nur Fachwissen, sondern auch Selbstbewusstsein und Sozialkompetenz ", so das Jurymitglied Günther Dapunt von der Privatbank Kleinwalsertal, welches vor vielen Jahren selbst KNEWLEDGE-Preisträger war.

Auszeichnungen

Grassmayr Glockengießerei
Im Traditionsunternehmen Glockengießerei Grassmayr werden insgesamt acht Lehrberufe ausgebildet, gleichzeitig Maschinen selbst entwickelt und gebaut, um die teilweise langwierigen Arbeits- und Bearbeitungsprozesse zu verkürzen und zu erleichtern. Die Firmeneigentümer suchen für ihre Forschungstätigkeit und die Entwicklung neuer Produkte immer wieder die Kooperation mit Forschungseinrichtungen. Die Zusammenarbeit mit Schulen und Universitäten ermöglicht den Erfahrungsaustausch mit Schülerinnen und Schülern und Studierenden auf eine sehr praktische und anschauliche Art und Weise.

KRESTA Anlagenbau GmbH
Die Personalentwicklung bei KRESTA ist praxisorientiert und sehr breit gefächert. Zahlreiche gängige Tools werden eingesetzt und alle Zielgruppen inkludiert. Glaubhaft vermittelt werden konnten auch die internen Aufstiegs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen. KRESTA ist ein Unternehmen, dass in der Region stark verankert ist und einen starker Motor für Kooperationsprojekte sowie mit Schulen als auch Universitäten darstellt, sodass die Lernprojekt nicht in grauer Theorie verharren, sondern eine stark praxisbezogene Komponente erhalten - gerade dafür steht der Firmengründer Franz Kreuzer.

Voglauer Möbelwerk Gschwandtner und Zwilling GmbH
Voglauer hat ein überzeugendes Schulungsprogramm im fachlichen Bereich und klare positionsbezogene Entwicklungspfade mit Notwendigkeiten und Belohnungen. Voglauer hat bewiesen das Krisen durch Investionen in die Personalentwicklung erfolgreich bewältigt werden können. Dafür, dass Weiterentwicklung und Aufstiegschancen im Unternehmen gegeben sind, ist der derzeitige Geschäftsführer, Peter Grünwald, ein lebendiges Beispiel. Er hat als Lehrling bei Voglauer seine Karriere begonnen.

Österreichische Post AG
Die Staatspreisjury hatte den Eindruck, dass gerade bei der Österreichischen Post die Ausgangslage und das Umfeld besondere Herausforderungen darstellten einen Kulturwechsel zu bewerkstelligen. Der zurückgelegte Weg zeigt aber von der Vision über die Strategie ein logisch abgeleitetes Konzept, welches interessante Impulse wie u.a. Audit Beruf und Familie, Charta der Vielfalt usw. enthält. Mutige Offenheit bezüglich noch bestehender Defizite und keine Beschönigung der Tatsachen hat der Post diese Nominierung und somit Prämierung eingebracht.

Wüstenrot Gruppe Österreich
Wüstenrot hat ein sehr ausgefeiltes und strategisch ausgerichtetes Personal- und Organisationsentwicklungskonzept. Die Methoden sind state of the art, systematisch und vielfältig. Die Jury beeindruckt hat auch die Führungkräfteentwicklung sowie die sytematische, transferorientierte Evaluation aller Maßnahmen.

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