Sparprogramme von VW & Co treffen Austro-Zulieferer massiv

Sparprogramme von VW & Co treffen Austro-Zulieferer massiv

Die Einsparungen bei VW und anderen Autoherstellern treffen uns weit mehr", so Dietmar Schäfer, Vorsitzender österreichischen ARGE Automotive Zulieferindustrie. Aber auch ein mögliche Autoimport-Beschränkungen Russlands würde die österreichischen Autozulieferer treffen.

Markt für Austro-Autozulieferer, die indirekt nach Russland liefern, rund 100 Millionen Euro schwer

Sollte es jedoch zu einem Totalboykott kommen dann könnte das bei einzelnen kleineren Zulieferern mit Schwerpunkt in der Region durchaus zu Kurzarbeit kommen. Genaue Zahlen wie schwer der Zuliefermarkt für österreichische Unternehmen ist, liegen nicht vor, Schäfer spricht in einer groben Schätzung von rund 100 Mio. Euro. Wobei die Lieferungen im Regelfall an westliche Hersteller mit Niederlassungen in Russland gehen. So hat etwa der austro-kanadische Konzern Magna Werke in Russland.

Austro-Zulieferer billiger als Schweizer Konkurrenten

Sollte das Riesenreich ausfallen gäbe es ja auch noch die Möglichkeit dieses Minus durch Umschichtungen auszugleichen. "Die Deutschen produzieren auf Teufel komm raus", so Schäfer. Allerdings würden deren Sparkurse auf die Preise drücken - was wiederum die eher höherpreisigeren Zulieferer in der Schweiz härter treffe als österreichische Lieferanten. Hier sei es vielleicht möglich den einen oder anderen Auftrag an Land zu ziehen.

Russland-Sanktionen tragbar

Nach bisherigen Medienberichten will Russlands Staatschef Wladimir Putin westliche Automarken die in Russland produzieren von etwaigen Boykottmaßnahmen ausschließen. Ford, Volkswagen, Renault, Toyota und Hyundai haben Werke in Russland. "Die österreichischen Autozulieferer wären von diesen Importbeschränkungen nicht direkt betroffen, eben so wenig wie die deutschen Fahrzeugbauer. (...) Die Sanktionen wären nicht schön, aber tragbar", wird der deutsche "Autopapst" Ferdinand Dudenhöffer im "Industriemagazin" zitiert.

Österreich hat jedenfalls einen besonderen Trumpf im Poker mit Russland in der Hand - in Person von Siegfried Wolf, seit kurzem Aufsichtsratschef der Staatsholding ÖIAG. Wolf kennt Putin persönlich, er hat ihn bereits mehrmals gegen Kritik in Medien verteidigt. Der 56 Jahre alte gelernte Werkzeugmacher aus der Oststeiermark ist derzeit unter anderem Aufsichtsratschef bei Oleg Deripaskas Russian Machines. Wolf sitzt bis 2015 auch im Aufsichtsrat des österreichischen Bauriesen Strabag, an dem Deripaska Anteile hält.

VW hat schon einmal klargestellt, dass an den bisherigen Investitionsplänen in Russland festgehalten werde. Das wären dann Investitionen von 1,2 Mrd. Euro bis Ende 2018. Gleichzeitig hatte der Konzern bekannt gegeben, die Kosten global um fünf Milliarden Euro im Jahr senken zu wollen. Dabei verdienen die deutschen Autoriesen durchaus beachtlich: Der Gewinn von VW, Daimler und BMW lag im Vorjahr bei 21 Mrd. Euro.

Die Zahl der im Ausland produzierten Autos deutscher Hersteller stieg zwischen 2000 und 2013 um mehr als 130 Prozent - die Produktion in Deutschland kletterte dagegen nur um 6 Prozent. Seit 2009 bauen die deutschen Hersteller mehr Wagen außerhalb der Heimat als in Deutschland.

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