Sonntagsöffnung: Streit zwischen Gewerkschaft und Spar

Sonntagsöffnung: Streit zwischen Gewerkschaft und Spar

Der erste verkaufsoffene Sonntag der neuen Spar-Filiale am Salzburger Hauptbahnhof hat dem Handelsriesen nun heftige Kritik der Gewerkschaft der Privatangestellten beschert.

"Ein katastrophaler Fehlstart, der eindeutig zu Lasten der Beschäftigten geht", betonte der stellvertretende Regionalgeschäftsführer der GPA-djp, Gerald Forcher, am Montag in einer Aussendung. "Sowohl in der GPA-djp als auch in der Arbeiterkammer Salzburg haben sich bereits erste Betroffene gemeldet, die von Verstößen gegen das Arbeitsruhegesetz und gegen die abgeschlossene Betriebsvereinbarung berichteten."

So wurden unter anderem offenbar Beschäftigte, die am Sonntag bis 23.00 Uhr in der Filiale arbeiten mussten, gleich Montagfrüh wieder eingeteilt. Das widerspreche jeder gesetzlichen Regelung der Ruhezeiten, kritisiert die Gewerkschaft. Das Geschäft am neuen Salzburger Hauptbahnhof hat nicht nur an Werktagen, sondern auch an Sonn- und Feiertagen von 8.00 bis 23.00 Uhr geöffnet.

Kritik an Betriebsvereinbarung

Zugleich übte die GPA-djp Kritik an der Betriebsvereinbarung. "Es fehlen sehr wesentliche Punkte", erklärte Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, am Montag im APA-Gespräch. "So fehlt ausgerechnet die garantierte Freizeit, die den Beschäftigten im Handel jedes zweite Wochenende zusteht." Auch mit der von Spar vorgegebenen Freiwilligkeit bei der Sonntagsarbeit sei es nicht weit her, kritisierte Proyer. Zudem sei die im Kollektivvertrag vorgesehene Verfallsfrist für Geld- und Freizeitansprüche um drei Monate verkürzt worden. "Das ist schlicht rechtswidrig."

Spar weist Vorwürfe zurück

Die Handelskette Spar hat indes die Kritik der Gewerkschaft der Privatangestellten Druck Journalismus Papier (GPA-djp) zurückgewiesen. Um auf die verlängerten Öffnungszeiten reagieren zu können - das Geschäft hat an Werk-, Sonn- und Feiertagen von 8.00 bis 23.00 Uhr geöffnet - sei es notwendig, dass Mitarbeiter auch abends und an Sonn- und Feiertagen arbeiten, betonte das Unternehmen am Montag in einer Aussendung.

Für die Beschäftigten gelte darum eine eigene Sonderbetriebsvereinbarung. "In dieser sind, neben den sowieso gesetzlich verankerten Zuschlags- und Ruhe-Bestimmungen für Arbeitszeiten ab 18.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen, noch weitere Erleichterungen für die Mitarbeiter geregelt", betonte der Konzern. "Diese Sonderbetriebsvereinbarung wurde mit dem Betriebsrat abgesprochen. Wie sich herausstellte, dürfte sich ein formaler Fehler eingeschlichen haben, der nun sofort in einer überarbeiteten Fassung korrigiert wird." Damit reagiert Spar auf den Vorwurf der Gewerkschaft, dass in der Betriebsvereinbarung wesentliche Punkte fehlen würden.

Den ebenfalls gemachten Vorhalt, die gesetzlichen Ruhezeiten bei Mitarbeitern nicht eingehalten zu haben, kann Spar nicht bestätigen: "Da die Tage rund um eine Markteröffnung naturgemäß sehr turbulent sind, und es dabei vereinzelt zu Problemen bei der Personaleinteilung kommen könnte, wurde zur Sicherheit sofort eine nochmalige Schulung aller für die Personaleinteilung verantwortlichen Personen vorgenommen", heißt es in der Aussendung.

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