dayli will Sonntagsöffnung erzwingen

dayli will Sonntagsöffnung erzwingen

Der Konzernchef und Miteigentümer von dayli (vormals Schlecker), Rudolf Haberleitner, beharrt auf der von der Gewerkschaft bekämpften Sonntagsöffnung seiner Nahversorger-Filialen.

Die Sonntagsöffnung sei "gesetzlich gut abgesichert," argumentierte er im Gespräch mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Freitag-Ausgabe). Außerdem stellte er Pläne für eine groß angelegte Expansion vor.

An der Sonntagsöffnung werde er festhalten, kündigte Haberleitner an. In einem neuen Testshop in Linz wird am Sonntag von 9.00 bis 18.00 Uhr aufgesperrt. Möglich soll das durch eine Gastrokonzession für das Bistro sein. "Ich fahre bei der Sonntagsöffnung keine Kampflinie. Aber die Geschäfte bleiben offen, weil die Kunden das wollen", wird er zitiert. Das sei Bestandteil des Konzeptes für dayli, aber es würde auch ohne funktionieren. Es würden nur weniger Leute beschäftigt. Außerdem werde das rechtlich halten: "Wir haben juristische Gutachten", gibt sich der Konzernchef siegessicher.

Die Gewerkschaft zeigt sich aber unnachgiebig. Gegen den Standort in Linz-Ebelsberg wurde beim Handelsgericht eine Klagen wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht, gegen Dayli-Pöggstall wird ebenfalls eine Klage vorbereitet. In beiden Fällen hat die Gewerkschaft GPA-dpj Dayli auch bei der Gewerbebehörde und beim Arbeitsinspektorat angezeigt. Der Betriebsrat zeigt sich aber in der Frage der Sonntagsöffnung mit dem Unternehmen solidarisch. "Bei uns liegen keine Beschwerden von Mitarbeitern vor", wird die Betriebsratsvorsitzende Ezter Udvardy in der "Presse" (Freitag) zitiert.

"Sowohl Gewerkschaften wie Kammern müssen sich einmal eine neue Position überlegen. Wir schreiben das Jahr 2013, nicht 1880. Alle reden vom Greißlersterben. Mit einem Nahversorgergesetz, das bis 300 Quadratmeter Fläche die Sonntagsöffnung frei stellt, wäre es beendet", schlägt er vor.

Expansionswut

Haberleitner hat große Expansionspläne. So sollen allein in Österreich bis 2016 zu den bestehenden 885 rund 300 weitere Standorte entstehen, im Endausbau rund 1.350. Weiters soll der Aufbau eines Netzes von rund 4.800 Shops in Polen, Italien, Spanien, Luxemburg und Belgien - und vor allem in Deutschland erfolgen, wo die Schlecker-Pleite 50.000 Arbeitslose hinterlassen habe. Heuer werde in Süddeutschland gestartet. Bis 2016 soll von der Zentrale in Pucking in Oberösterreich aus ein Europa-Konzern entstehen, der an die Börse gebracht wird. Mit dem Erlös sollen dann Großbritannien, Skandinavien und Russland erobert werden. Im Ausland soll dayli jeweils mit 50-Prozent-Partner hochgezogen werden, die den Markt gut kennen. "Die goldene Aktie, die die operative Führung sichert, wird bei uns sein", sagte Haberleitner, der jetzt gemeinsam mit dem Glücksspielunternehmer Johann Graf Hälfteeigentümer ist.

Drogerieartikel sollen weiterhin das Kernsortiment bilden. Aber Haberleitner ist sich dabei nicht mehr so sicher, denn in den beiden Testshops in Linz-Ebelsberg und Pöggstall in Niederösterreich würden 25 bis 30 Prozent des Umsatzes mit Lebensmitteln erzielt. "Ich habe gedacht, es werden vielleicht zehn Prozent", sagt der Unternehmer. Künftig sollen die Kunden auch per Touchscreen rezeptpflichtige Arzneien auswählen können, die aus rechtlichen Gründen über einen tschechischen Pharmadienst nach Hause oder in den dayli-Shop geliefert werden. Auch die übrigen Bausteine gab es bei Schlecker nicht: Bekleidung, Elektrogeräte, das Bistro mit Backstube und den "Super-Dayli"-Online-Einkauf per überdimensionalen Bildschirm in der Filiale mit einem Angebot von letztlich 200.000 verschiedenen Artikeln. Dazu sollen bis zu 42 Dienstleistungen möglich sein: Putzerei, Autoverleih, Versicherungen, Postcorner und anderes.

Für heuer lautet das Ziel für dayli Österreich: 634 Mio. Euro Umsatz und 24 Mio. Ebit, 885 modernisierte Shops und mehr als 4.000 Mitarbeiter. Das Konzernziel bis 2016 wird mit 4.800 Shops, davon 1.500 in Deutschland und 1.200 in Österreich mit einem Gesamtumsatz von 2,4 Mrd. Euro angegeben.

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