Skandal um Justizwache Josefstadt: Wer ist dieser Christian Lausch?

Skandal um Justizwache Josefstadt: Wer ist dieser Christian Lausch?

Wie der Falter in seiner aktuellen Ausgabe und berichtet, hat Österreich offenbar seinen nächsten großen Justizskandal.

In dem Artikel ist von sexueller Belästigung, Missbrauch von Insassinnen, Bestechung und Drogenschmuggel die Rede, das hat schon gestern für Aufregung gesorgt .

Neben der Tatsache, dass ein "Wiener Topverteidiger" im Verdacht steht, Kriminelle mit Handys und Drogen versorgt zu haben, sind vor allem die Vorwürfe gegen den FPÖ-Abgeordneten Christian Lausch brisant. Dieser wurde von mehreren Beamtinnen laut Falter-Bericht sexueller Übergriffe bezichtigt. Der Fall nahm schon 2003 seinen Ausgang; Lausch war damals Justizwachebeamter in der Josefstadt sowie Spitzenfunktionär der freiheitlichen Gewerkschaft AUF.

Die Grünen haben heute im Nationalrat prompt den Rücktritt von Lausch gefordert; FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hat die Vorwürfe indes schon gestern als "obskur" zurückgewiesen, das diesbezügliche Disziplinarverfahren sei schon 2006 eingestellt worden. Auch Lausch selbst verteidigt sich: In einer Aussendung wies er die Vorwürfe zurück: "Die Anschuldigungen sind falsch. Der Fall wurde vor sieben Jahren von der Disziplinaroberkommission im Bundeskanzleramt ordentlich geprüft und die Erhebungen eingestellt." Lausch laut Aussendung weiter: "Es wurde in den letzten Jahren schon mehrfach politisch versucht, die Causa gegen mich medial auszuschlachten". Zuletzt im Jahr 2009 vor der Personalvertretungswahl der Justizanstalt, in der die Anschuldigungen ihren Ursprung fanden, hieß es in der Aussendung." Dass man die Sache nun vor einer Wahl wieder versucht breit zu treten, obwohl die Anschuldigungen schon vor sieben Jahren fallen gelassen wurden, ist leicht durchschaubar."

Angriff ist die beste Verteidigung?

Wer aber ist dieser Christian Lausch? Seine Biografie ist etwa auf der Website des Parlaments zu sehen , der 43jährige Hollabrunner sitzt demnach seit 2008 im Parlament. Er ist seit 2007 noch "Vorsitzender Stellvertreter" der AUF der besagten Justizanstalt; von 2005 bis 2007 war er Vorsitzender gewesen.

Skurril angesichts der jüngsten Vorwürfe mutet ein Bericht der FP-nahen "Plattform" unzensuriert.at aus dem Juli 2012 an: Dort wird unter anderem über eine parlamentarische Anfrage von Lausch berichtet. Es geht um die angebliche Zunahme von Angriffen durch Häftlinge auf Justizwachebeamte. Lausch selbst, so der "Artikel" weiter, kenne als Justizwachebamter die "Gefahren für seine Kolleginnen und Kollegen." Besonders obskur der letzte Satz: "Hot Spot ist dabei die Justizanstalt Josefstadt in Wien."

Auch in anderen Artikel ist das offensichtliche Bemühen von Lausch, die angeblich so rosige Situation von Häftlingen darzustellen, erkennbar. So hat Lausch Ende 2010 eine parlamentarische Anfrage an die damalige Justizministerin Bandion-Ortner gestellt, in der es um Freigänge von Häftlingen ging. Und erst vor wenigen Wochen wurde erneut ein Antrag über die Übergriffe durch Häftlinge gestellt.

In der Justizanstalt Wien-Josefstadt ist AUF die stärkste Gewerkschaft - bei der Personalvertretungswahl im November 2009 durfte Lausch über 53 Prozent Zustimmung jubeln . Lausch führt das heute übrigens sogar auf die Vorwürfe zurück. Das "politische Spiel" dahinter sei schon damals durchschaut worden, als Folge daraus sei er in dieser Justizanstalt mit einer absoluten Mehrheit als klarer Wahlsieger hervorgegangen.

Im Parlament ist Lausch bisher nicht allzu oft aufgefallen. Auf YouTube hat er beispielsweise eine Rede aus dem Jahr 2011 online gestellt, in der es um die Themen Strafvollzug und und Kinder im Gefängnis geht.

Wer die Vorwürfe, die der Falter zitiert, ansehen will: Hier die Faksimile der Korruptionsanzeigen und der Mails mit sexuellen Belästigungen im Original (copyright: Falter) .

Quellen: Falter, APA, eigene Recherche

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