Seniorenrat warnt vor "waghalsigen Experimenten"

Seniorenrat warnt vor "waghalsigen Experimenten"

Forderungen nach dem Zusammenhalt zwischen den Generationen und nach einer verstärkten Erwerbstätigkeit von älteren Arbeitnehmern haben die Reden bei der zehnten Vollversammlung des überparteilichen Österreichischen Seniorenrats geprägt.

Die Präsidenten Seniorenbund-Obmann Andreas Khol (ÖVP) und Pensionistenverband-Vorsitzender Karl Blecha (SPÖ) pochten bei der Veranstaltung am Mittwoch im Plenarsaal des Parlaments auf die "Überlegenheit des umlagefinanzierten Pensionssystems" und warnten vor "waghalsigen Experimenten".

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) betonte in ihrer Begrüßungsrede, dass der Zusammenhalt einer Gesellschaft die Solidarität der jüngeren und der älteren Generation brauche. Bundespräsident Heinz Fischer hielt in seiner Festansprache fest, dass die Tatsache, dass die Vollversammlung im Parlament stattfinde, zeige, dass es "der Seniorenrat geschafft hat, bis ins Zentrum der politischen Willensbildung vorzudringen". Er lobte die Zusammenarbeit der beiden Präsidenten: "Ich glaube nicht, dass es irgendwo in Europa eine Seniorenvertretung gibt, die so wirksam ist", meinte Fischer und er begrüßte die Mitwirkung der Seniorenvertreter an den Regierungsverhandlungen.

Abwarten

Gegen das "Schlechtreden" des gesetzlichen Pensionssystems wandte sich Blecha. Man solle jetzt nicht nach neuen Reformen schreien, sondern die Wirkungen der bisher gesetzten abwarten. "Wir haben Opfer gebracht", sagte er. Von der nächsten Bundesregierung verlange er nun das, was die gegenwärtige versprochen habe: dass die Teuerung ab 2015 wieder voll abgegolten wird. "Wir sind für Reformen, aber gegen waghalsige Experimente", sagte auch Khol. Er betonte, dass der Seniorenrat zur Regierung stehe, die "unser Land sicher durch die Krise geführt" habe. Als zentrale Anliegen nannte er die Sicherung der Pensionen und der Pflege sowie die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems.

Mehr Reformfreude zeigten vorsichtig Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Mitterlehner verwies auf die "Notwendigkeit, das Pensionssystem flexibler zu gestalten". Vor allem im Blickfeld habe er dabei den Übergang zwischen Berufsleben und Pensionsleben. Er sprach sich außerdem für eine flachere Lebenseinkommenskurve, die Forcierung auf Weiterbildung bei älteren Arbeitnehmern und barrierefreies Bauen aus. Die Wirtschaft müsse sich bemühen, mehr altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen, sagte Hundstorfer. Er erwartete sich, dass "wir bis 2020/2025 ein Pflegegeldsystem haben", auf das man stolz sei könne und ein Altern in Würde sicherstelle.

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bedankte sich beim Seniorenrat dafür, dass er bereit war, "in einer Konsolidierungsphase" seinen Beitrag zu leisten. Er hielt zudem ein Plädoyer auf ein gemeinsames Europa und bat Blecha und Khol darum, für das "europäische Modell der Gemeinsamkeit" zu werben. Der Begriff der Senioren habe sich verändert, meinte Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP): "Senioren sind nicht mehr die, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden." Er nehme die Senioren in der Politik ernst und nannte es "ein gutes Zeichen", dass er Khol für sein Verhandlungsteam für die Regierungsverhandlungen nominiert habe.

ÖGB-Chef Erich Foglar betonte, dass er am Leitantrag des Seniorenrats sehe, dass sich "Inhalte und Ziele nahezu zu hundert Prozent" mit denen des ÖGB decken würden.

Unter den Gästen befanden sich auch Vertreter der Bundesjugendvertretung und frühere Mitglieder einer Bundesregierung und des Nationalrats. Am Nachmittag werden Blecha und Khol im Rahmen der Vollversammlung erstmals als Präsidenten des Seniorenrats gewählt und ein Leitantrag mit Forderungen an die künftige Bundesregierung wird beschlossen.

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