Seltene Good News aus Kärnten: Hypo hat Kapitalziel bereits erreicht

Seltene Good News aus Kärnten: Hypo hat Kapitalziel bereits erreicht

Die Staatsbank Hypo Alpe Adria macht dem österreichischen Steuerzahler erstmals Freude: Dank des Schrumpfkurses und der vergangenen Herbst erfolgten Staatshilfen kommt die Bank Ende 2012 auf eine Eigenmittelquote von 13 Prozent, wie das Institut am Dienstag mitteilte.

Das ist deutlich mehr als von den Bankenaufsehern verlangt. Sie hatten der HGAA bis Ende 2013 eine Quote von 12,4 Prozent vorgeschrieben. Um diese zu erreichen, hatte Finanzministerin Maria Fekter bereits eine weitere Kapitalspritze von 700 Millionen Euro vorgesehen - die nun wohl vorerst nicht mehr nötig sein wird.

Dank eines Einmaleffekts in dreistelliger Millionenhöhe weist die 2009 notverstaatlichte Hypo Alpe Adria für 2012 ein Ergebnis knapp an der Null-Linie aus. Ohne brutto rund 140 Millionen Euro Sonderertrag aus dem Rückkauf eigener Hybrid- und Ergänzungsanleihen hätte es einen dreistelligen Millionenverlust gegeben. Es war das dritte Jahr nach der Notverstaatlichung.

Die Hypo Alpe Adria Bank International (Gruppe) meldete am Dienstag nach internationaler Rechnungslegung (IFRS) einen Konzerngewinn nach Steuern und vor Minderheiten von 3 Mio. Euro. Unterm Strich (Konzernergebnis) gab es ein Minus von 28,1 Mio. Euro.

Auch im Jahr davor hatte die Bank nur dank eines Einmaleffekts nicht rot bilanziert: Weil ihre Schulden (Anleihen) weniger wert wurden, hatte die Abwertung von Verbindlichkeiten damals zu einem ergebnissteigernden Sondereffekt von 126 Mio. Euro verholfen. Womit sich 2011 ein IFRS-Gewinn vor Minderheiten von 69 Mio. Euro ausgegangen war.

Die Zinserträge und damit Betriebserträge sind im abgelaufenen Jahr 2012 marktabhängig gesunken, die Kreditrisikovorsorgen und Wertberichtigungen - nahezu ausschließlich im "Altlasten-Abbauteil" von 229,8 auf 310 Mio. Euro angestiegen.

Positiv zu Buche schlugen sich laut Vorstand neben den Einmaleffekten - die nach Bankangaben per saldo zu einem Ergebnis aus sonstigen Finanzinvestitionen von rund 120 Mio. Euro führten - Ergebnissteigerungen in Südosteuropa und in Österreich. Die Aufwendungen seien gesunken.

Plangemäß weiter verkleinert worden sei die Bilanzsumme, auf weniger als 34 Mrd. Euro. Im Vergleich zur Notverstaatlichung 2009 sei die Bank heute schon um 7 Mrd. Euro oder 20 Prozent kleiner. Die Haftungen der öffentlichen Hand seien 2012 um rund 9 Prozent auf 16,5 (Vorjahr: 18,1) Mrd. Euro zurückgegangen.

Ende 2012 bekam die Bank vom Bund eine neuerliche Kapitalspritze. Es gab eine Kapitalerhöhung in cash um 500 Mio. Euro, zudem bürgt der Bund für eine Milliardenanleihe (Nachranganleihe) über 1 Mrd. Euro. Damit und mit dem Risikoabbau habe man "die regulatorische Auflage, eine Kernkapitalquote per 31. Dezember 2012 von 12,04 Prozent zu erreichen sowie die Differenz zwischen dem erwarteten Verlust im Kreditrisiko und den gesamten Risikovorsorgen abzudecken, übererfüllt", schrieb die Hypo.

"Die 2013 vor uns liegenden Meilensteine betreffen vor allem die anzustrebende positive Entscheidung der EU-Kommission im Beihilfeverfahren sowie die Weiterführung der Privatisierungsbestrebungen vor allem im Hinblick auf die österreichische Bankentochter", schrieb Bankchef Gottwald Kranebitter in einer Bilanzmitteilung heute früh. Am Vormittag gibt er seine Jahrespressekonferenz.

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