Schwere Korruptionsvorwürfe gegen Justizwache in Wien

Schwere Korruptionsvorwürfe gegen Justizwache in Wien

Schwere Korruptionsvorwürfe gegen Justizwachebeamte der Wiener Haftanstalt Josefstadt erhebt der "Falter" in seiner morgen, Mittwoch, erscheinenden Ausgabe. Demnach soll ein prominenter Wiener Strafverteidiger Beamte mit Geld und "Sonderleistungen" bestochen haben, um Handys und Drogen für Klienten leichter in die Haftanstalt schmuggeln zu können.

Das Justizministerium soll seit Oktober von den Vorfällen gewusst, aber weder Telefonüberwachungen noch Observationen durchgeführt haben. Ein Sprecher von Justizministerin Beatrix Karl (Bild) wies am Dienstag den Vorwurf der Untätigkeit zurück.

Schwere Vorwürfe gibt es in dem Bericht auch gegen den FPÖ-Nationalrat Christian Lausch, der vor zehn Jahren Justizwachebeamter in der Josefstadt und Spitzenfunktionär der freiheitlichen Exekutivgewerkschaft AUF war. Laut "Falter" soll Lausch von mehreren Kolleginnen sexueller Übergriffe bezichtigt worden sein.

Das wurde seitens der FPÖ von deren Generalsekretär Herbert Kickl als "obskur" zurückgewiesen: "Sämtliche Vorwürfe gegen Lausch seien hinlänglich widerlegt, das diesbezügliche Disziplinarverfahren wurde am 23. Mai 2006 eingestellt", hieß es in einer FP-Aussendung. Dem "Falter" zufolge kam es nie zu einer Disziplinarverhandlung, "weil das Justizministerium die Sache verjähren ließ".

Im anderen Fall geht es um eine Anzeige einer Justizwachebeamtin vom Oktober 2012. Die Revierinspektorin sagte laut "Falter" aus, dass vier Beamte von einem Top-Anwalt bestochen worden sein sollen, um Drogen und Handys in die Anstalt zu schmuggeln. Der Advokat habe in seiner Kanzlei Kuverts mit Bestechungsgeld bereit gehalten. Die Beamtin rief dem Bericht zufolge in der Kanzlei verdeckt "für einen Kollegen" an, um besagtes Kuvert abzuholen. Von einer Sekretärin seien ihr dann mehrere Namen auf den Kuverts vorgelesen worden. Die Beamtin: "Ich war darüber entsetzt und schockiert."

Der Fall liegt nun bei der Staatsanwaltschaft Wien. Ein Sprecher von Karl sagte zur APA, den Vorwurf der Untätigkeit "müssen wir zurückweisen, weil wir den Fall ja angezeigt haben". Nach den Anschuldigungen der Beamtin habe man unter anderem Suchhunde in die Wäscherei der Justizanstalt Josefstadt geschickt, weil sich dort das Drogendepot für die Insassen befunden haben soll. Die Tiere hätten jedoch nichts gefunden.

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Wirtschaft

Haselsteiner und Waffenproduzent Glock sollen Flughafen Klagenfurt retten

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Politik

Regierung einig: Steuerreform vor Beschluss

Slideshow
Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich

Wirtschaft

Shopping-Neuheiten: Diese Stores kommen heuer nach Österreich