Schlechtes Zeichen: Konsumfreude der Österreicher sinkt

Schlechtes Zeichen: Konsumfreude der Österreicher sinkt

Der private Konsum in Österreich wird nächstes Jahr nur ganz schwach steigen, die Handelsumsätze sind rückläufig. Dafür steigt die Sparfreude.

Wer dieser Tage auf Östereichs überfüllten Einkaufsstraßen und -zentren unterwegs ist, kann es kaum glauben, aber Tatsache ist: Der private Konsum in Österreich dümpelt so vor sich hin. Für Experten ist das ein Warnzeichen, denn der Privatkonsum ist - gerade auch in Österreich - einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren. Das zeigt etwa das Beispiel der USA.

Der private Konsum hat zwar immer noch eine stabilisierende Wirkung auf die heimische Wirtschaft, große Sprünge macht er allerdings nicht. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo erwartet für 2012 ein reales Wachstum des privaten Konsums von 0,6 Prozent, für 2013 von 0,7 Prozent. Am 20. Dezember bei der neuen Schätzung wird sich weisen, ob die Herbstprognose hält.

Prognose revidiert

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Juni-Prognose bereits deutlich nach unten revidiert und erwartet nun für 2012 nur noch ein Wachstum von 0,3 Prozent (nach 1,1 Prozent) für den privaten Konsum. Für 2013 gehen die Forscher von einem realen Zuwachs von 0,5 Prozent aus. "Zwar wachsen die Reallöhne stärker als im Jahr 2012, gleichzeitig fällt aber das Beschäftigungswachstum deutlich schwächer aus", hält die OeNB in ihrer jüngsten Prognose fest.

Die Prognose für den Handel (Einzel-, Groß- und Kfz-Handel) insgesamt dürfte nach unten revidiert werden, erwartet Wifo-Konsumexperte Jürgen Bierbaumer-Polly. Derzeit geht das Wifo noch von einem realen Rückgang von 0,4 Prozent für den gesamten Handel im heurigen Jahr aus. Dabei geht es dem Einzelhandel noch vergleichsweise gut, wenngleich die Umsätze der Unternehmen stagnieren. Groß- und Kfz-Handel mussten zuletzt starke Einbußen hinnehmen.

Dafür wird mehr gespart

Im ersten Halbjahr 2012 ist die Sparneigung der Menschen wieder gestiegen - zulasten des Konsums. "Die realen Einkommen wurden ins Sparen investiert und nicht in den Konsum", sagte Bierbaumer-Polly im Gespräch mit der APA. Insbesondere die Ausgaben für Gebrauchsgüter wie Autos oder Möbel gingen zurück. Die Pkw-Neuzulassungen etwa sanken von Jänner bis Oktober um rund 3 Prozent.

Einbußen im Weihnachtsgeschäft erwartet

Für das bereits angelaufene Weihnachtsgeschäft deuten diese Konjunkturdaten auf leichte Einbußen hin. "Die Haushalte geben eher ein bisschen weniger aus. Das Weihnachtsgeschäft vom Vorjahr wird schwer zu halten sein", so Bierbaumer-Polly. Positiv auswirken könnte sich allerdings, dass heuer unter dem Jahr mehr gespart wurde.

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